Samstag, 26. Dezember 2009

Avatar - Kurze Filmkritik (spoilerfrei)

Eigentlich hat die Story hat an und für sich nur wenig Überraschung anzubieten und die Figuren bleiben mitunter ziemlich blass. Trotzdem weiss einen der Film in seinen Bann zu ziehen, wie nur wenige "Blockbuster" der letzten Jahre.
Natürlich wäre da erstmal das erfrischende Setting, welches Fantasy und Sci-Fi so schön zusammenbringt. Die Gestaltung der Welt Pandora und deren Flora und Fauna ist schlicht phänomenal. Diese wird nur durch die berauschenden Animationen der Na'vi bzw. Na'vi-Formen der Menschen überboten, welche in Sachen Mimik eine Lebensechtheit und Ausdrucksstärke an den Tag legen, die man bei vergleichbarer Menschenähnlichkeit nur selten gesehen haben dürfte. Das Uncanny Valley wird meisterhaft umgangen, wie es vielleicht seit Gollum nicht mehr der Fall gewesen ist. Besonders Neytiri - meiner Meinung nach das eigentliche Herz des Films - hinterlässt auch von ihrer Figurenzeichnung her einen denkwürdigen Eindruck. Jake Sully gefällt eigentlich nur wirklich in seiner Na'vi-Form, was aber in erster Linie storybedingt bzw. funktional zur Message ist (Gefühle zeigen ja alle Menschen nur in blauer Haut).
Generell sieht man das immense Budget dem Film in jeder Einstellung und jeder Kamerafahrt deutlich an. Die Technik wird hier aber viel weniger zum Eigenzweck eingesetzt, als es bei Blockbustern so oft der Fall ist. Auf dreidimensionale Effekthascherei wird weitgehend verzichtet und die Action ordnet sich konsequent der wunderbar naturverbundenen Message unter, kommt aber alles andere als zu kurz. Zu was Altmeister Cameron in Sachen Spannung und Action fähig ist, dürfte jedem spätestens im letzten Drittel klar werden, wo diesbezüglich dermassen zugelegt wird, dass man minutenlang das Blinzeln "vergessen" kann. Das beste daran: das Geschehen bleibt die allermeiste Zeit glaubwürdig und nachvollziehbar und kommt ohne nervige augenscheinliche Unmöglichkeiten aus. Der Regisseur hat es ferner wieder einmal geschafft, mit seiner ebnenso rasanten wie vereinnahmenden Inszenierung trotz mittelmässiger (weil zu klassischer) Story und nebst einem bombastischen Spektakel einen Film auf die Beine zu stellen, der Charme, Herz und Seele hat.
Zwar ist die Message bzw. Weltanschauung kinderleicht direkt während der Rezeption zu verstehen, trotzdem bleibt der Zeigefinger angenehm im Hintergrund der Inszenierung eingewebt. Ich würde sagen es geht nicht in erster Linie darum zu zeigen, was alles so schlecht an der Menschheit ist, sondern was für eine märchenhaft mit dem Planeten ausbalancierte Lebensweise die Na'vi pflegen.

Fazit: Ein Film zum darin versinken. Trotz einiger Story- und Figurendefizite versetzt einen die ebenso rasante wie vereinnahmende Inszenierung, die berauschend lebensecht animierten Na'vi, die phänomenale Gestaltung der Welt Pandora und die angenehm unaufdringliche, wunderbar naturverbundene Message in einen tiefen Traum. Dafür gibts ne glatte sechs.

Montag, 2. November 2009

Best of Digital Art

Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der Theater-Endproben, welche natürlich nebst der Uni noch reinpassen mussten, und dann hab ich noch ne PS3 gekauft - daher die selbst für meine Verhältnisse lange Abstinenz.

Der zweite Teil meiner angekündigten drei Bilder-Posts ist eine ca. 140 Pics lange Serie von grafischen Werken, welche bis auf den deutlich sichtbaren individuellen Stil des jeweiligen Künstlers nicht viel gemeinsam haben. Die Galerie umfasst Gemälde, Illustrationen, Zeichnungen, Skizzen und sonstige Digital Art aus jensten Sparten und Mediengattungen (exklusive natürlich Concept Art von Videospielen, vgl. erster Bilder-Post).

Der genretechnische Schwerpunkt liegt aber im weitesten Sinne auf gezeichneten und gemalten Portraits und Storyboards im Fantasy- und Sci-Fi-Bereich. "Gezeichnet" und "gemalt" sollte hier jedoch nicht davon ablenken, dass heutzutage das allermeiste mit Computerunterstützung realisiert wird, deshalb das "Digital Art" im Titel (und weil mir nix besseres in den Sinn kommt, was die Bandbreite abdecken könnte).
Thematisch sticht - abgesehen vom eher freundlich augenzwinkernden Anfang - sicherlich das Martialistische hervor, das mich schon immer ungemein fasziniert hat. Oftmals sieht man also entweder nen Krieger/in (Portrait) oder nen handfesten Konflikt (Storyboard).
Die schlussendliche Reihenfolge der Bilder entstammt dem Versuch etwas nicht allzu monotones aber auch nicht allzu zusammenhangsloses hinzubekommen. Das längere Gemetzel nach dem ersten Drittel konnte ich mir dann aber doch nicht verkneifen. Zur Best-of-Digital-Art-Galerie gehts hier.

Und hier zu den erweiterten Galerien der Künstler, welche ich nochmals besonders huldigen möchte: Dan Milligan (erweiterte Galerie), Justin Sweet (erweiterte Galerie) und Jason Chan (erweiterte Galerie).

Sonntag, 23. August 2009

Militärischer Wiederholungskurs 2009 - Die Schlussbilanz

Wo ich doch einen ganzen Monat im Militär verbracht hab, kann ich auch gleich einen Beitrag dazu posten inklusive Gallerie mit etwa 50 Impressionen (Handy-Kamera).

  • Persönliche Diensttage bis jetzt: 215. Dieser WK: 26. Verbleibend: 45. Das heisst, wenn ich jeweils wieder eine Woche Kadervorkurs (KVK) vorschiebe, brauche ich höchstens noch zwei Wiederholungskurse (WKs) zu absolvieren.

  • Trotz Sparmassnahmen hinsichtlich Munition und Treibstoff, sind eine Hand voll intensiver Zugs- und Gruppengefechtsschiessen zustandegekommen. Dabei war leider meistens ich derjenige, der sich zusätzlich mit der Panzerfaust und deren Equipment (insgesamt etwa 14 kg) rumschlagen durfte, weil immer weniger Leute in diesem Handwerk ausgebildet werden. Einerseits war ich deshalb als zarter Student nach jeder Übung im unwegsamen Gebirgsgelände schlicht fix und fertig. So intensiv gings seit der Rekrutenschule nicht mehr zu. Anderseits war ich aber auch einer der wenigen, welche das im WK ohnehin seltene Vergnügen eines „scharfen“ Panzerfaust-Abschusses (Panzerfaust 3 UEB 60 mm; U-PAT) haben durfte. Nach hundert Metern Gefechtsverschiebung mit dem Ding über eine zerstampfte Kuhweide und dem atemtechnisch anspruchsvolleren mehrminütigen Feuern mit dem Sturmgewehr auf 200m (inkl. Gefechtsrollen) entfernte Ziele gibt einem die gewaltige Druckwelle des explosiven Starts dieses panzerbrechenden Sprengkörpers eigentlich noch den Rest. Insgesamt sind des weiteren eher wenige 700 Schuss GP90 aber dafür 4 Handgranaten
    (EU-HG 85) zusammengekommen.

  • Märsche haben in einem WK eigentlich nichts mehr zu suchen, aber unser Batallions-Kommandant besteht nunmal drauf. Dieses Mal gabs sogar zwei davon. In der Rekrutenschule wären wir diese vermutlich singend gejoggt, aber so mir nichts dir nichts ausem Berufs- bzw. Studentenleben heraus gehts nicht mehr so leichtfüssig.
  • 1. 10 km schneller Eintrittsmarsch (am ersten Tag!) mit grosser Packung und anschliessendem Biwak (diese Romantik!). Ein Glück, dass wir einen Ter Gernadier zu Gast in unserer Gruppe hatten, der freiwillig den ganzen Marsch über die Sanitätsbarre getragen hat. Des weiteren war gutes Wetter, was jedoch nicht verhindern konnte, dass wir schlussendlich trotzdem von unserm Schweiss klitschnass und mit sichtbaren Salzablagerungen auf den Kleidern die heimeligen Zelte zusammenschustern konnten, wie eine Gruppe richtig alter und kaputter Alumni-Pfadfinder.
    2. 16 km Gebirgsmarsch (ca. 27 Leistungskilometer) direkt anschliessend an ne zweitägige Bewachungsübung eines kleinen Flugplatzes - und anschliessend durfte leider nicht gleich schlafen gegangen werden, sondern man hatte noch das Vergnügen einer Runde Zugschule (das konnte man nicht mehr „laufen“ nennen) und das abschliessende Abenteuer der Fahnenabgabe in gleissender Hitze. Der Kompanieabend, der leider auch ohne Schlafgelegenheit angehängt wurde, interessierte dann eigentlich weniger. Pünklich zum ABV war der Kasernenplatz wie ausgestorben.

  • Schöne, 20 Fahrminuten von der nächsten Ortschaft entfernte Unterkunft mit Fenstern und einer Aussicht, die eigentlich nur aus Himmel und drei Bergspitzen bestand. Schon allein Fenster bedeuten einen Segen im Gegensatz zu den häufig anzutreffenden Zivilbunkern, wo Feuchtigkeit sich ebensowenig verflüchtigt wie Gestank.

  • Dummerweise lag die Kaserne auf der Regenseite des Berges, sodass es mindestens zweimal pro Tag kurz regnete und ein zugenebeltes Areal für Silent Hill-Stimmung sorgte. Das Wetter war ansonsten ziemlich gut. Ich wurde nur einmal während 6 Stunden aktiver Wache übelst verregnet.

  • Da ich nun schon ein paar WKs in dieser Kompanie gedient habe, fühle ich mich da auch ziemlich wohl. Daran konnte auch die komplette Neueinteilung der Züge nichts ändern. Neben den bekannten Gesichtern absolvierten erfreulicherweise auch drei Kameraden aus meiner RS-Zeit und ein Kumpel aus meiner Maturaklasse einen Gast-WK bei uns. Einer davon war sogar in meiner Gruppe.

  • Zwei der grössten Plus im Militäralltag: Exzellenter Hauptmann, Zugführer und Gruppenführer. Alle sehr umgänglich und kompetent. Unter solchen Leuten ist man positiv motiviert, hin und wieder auch etwas zu leisten. Das Kader will ich auf keinen Fall mehr wechseln.

  • Ganz anders siehts in anderen Bereichen aus. Neben dem völlig geistesabwesenden Feldweibel, der uns in der Hälfte des WKs verliess, trat bereits nach wenigen Tagen der Küchenchef ab. Das Problem war: man hatte für diese beiden offenbar kein Ersatz organisiert. Mit anderen Worten fiel vor allem die Verpflegung immer wieder – nett gesagt – ALARMIEREND aus. Einmal gabs zum Beispiel Spätzchen, mit denen man munter hätte ne Mauer errichten können und der einfach nach überhaupt nichts schmeckte. Hier hätte man die Salzablagerungen, welche sich beim Einstiegsmarsch (vgl. weiter unten) auf dem TAZ gesammelt hatten, eigentlich gut gebrauchen können... Was man dabei natülich nicht vergessen darf ist das vier Wochen anhaltende Dauergefurze, welches einem anderseits wieder die Nützlichkeit einer Gasmaske wieder nahe brachte.

  • Massiver Rückgang des Drogenkonsums meinerseits (man hatte durch die trockene Luft aufm Berg auch wenig Spielraum, sofern man nicht 4 Liter Wasser pro Tag gesoffen hat) und einschneidender Triebverzicht (2 Wochen ohne jegliche sexuelle Aktivitäten gehen nicht spurlos an einem vorbei, wovon meine Kameraden ein Lied singen können).

  • Gelöste Handy-Games: Mafia Wars: New York, Star Trek, Powerboat Challenge.
  • Ausführlich gespielt: Metal Gear Mobile, Castlevania Mobile, Galaxy on Fire 2.
    Gelesen
    : 13 Roboter-Kurzgeschichten von Isaac Asimov und 6 weitere aus dem Science-Fiction-Bereich. Zwei herausragende kleine Perlen: In fremder Gewalt (Command Performance) von Walter M. Miller und Der Stern (The Star) von Arthur C. Clarke.

  • 8 Disziplinarverfahren in der Kompanie, davon 5 am zweitletzten Tag... ich selbst auch dieses Mal ohne weggekommen.

  • 3 Wochen zum Zimmerchef verdammt, also zur Führung der Anwesenheitsliste und allgemeinen Bindeglied des Zimmers zum Kader. Man durfte nicht nur als letzter ins Bett gehen (und nicht unter Drogeneinfluss stehen), sondern durfte auch als erster aufstehen: es musste unmittelbar vor dem schlafen gehen der Zimmerbestand gemolden werden und unmittelbar nach Tagwache... als ob jemand über Nacht verschwinden würde.

  • Insgesamt hab ich bei diesem WK um die 24 Stunden aktiver Wachteinsatz (keine Ruhe- oder Reservezeit) an fünf Posten fristen müssen. Natürlich nichts im Vergleich zu Amba Centro (Botschaften-Bewachen), aber immerhin sind einmal innerhalb von 27 Stunden 12 Stunden an zwei Posten zusammengekommen.

  • Bei der Fahnenübernahme die beste und bei der Fahnenabgabe die schelchteste Militärmusik, die ich bislang erlebt habe. Erstere spielte flott noch die A-Team-Titelmelodie, aber dies so gekonnt, dass man beim besten Willen nicht ob dieser moralischen Fragwürdigkeit meckern konnte. Letztere "Altersheim-Band" schien gar die Nationalhymne das erste Mal zu spielen. Der unsägliche Dilettantismus war jedoch eine willkommene, weil wachhaltende Abwechslung zu diesem Zeitpunkt (Gebirgsmarsch...).


Fazit: Endlich mal wieder eine (bis auf das Essen!) sehr gesunde Zeit. Es war zwar für einen WK sehr anstrengend, aber wenigstens hat man was gemacht und sich nicht gelangweilt. Gut, mit den modernen Handys wird es immer schwieriger, sich wirklich zu langweilen. Jedenfalls wollte ich schon lange mal wieder in die Berge und jetzt kann ich guten Gewissens auch mal nen ganzen schönen Tag nur drinnen mit Videospielen verbringen.
Und auch wenn ich mir dieses Mal – wie jedes Mal – geschworen habe „Nie wieder!“, so kann man sicher sein, dass es mich nächstes Jahr wieder dort hin verschlägt.

Samstag, 22. August 2009

Quickie: Die ricardo-Party

Einer meiner Kumpels hatte ne geniale Idee für ne Party:
Man erwirbt per Online-Auktionshaus für jeweils einen Franken (ja das hat geklappt!) jenste Tische, Stühle, Geschirr und Besteck und veranstaltet anschliessend ne Party damit. Der Clou: zum Abschluss wird einfach ALLES mit Vorschlaghämmern und Äxten in einem einzigen Tohuwabohu auseinandergenommen.
Dumm nur, wenn man dies den nicht aus der Pupertät gekommenen Gästen zu früh sagt. Resultat: schon um halb zehn Uhr Besuch der Polizei, weil da bereits alles in seine Einzelteile zerlegt und damit vor dem Haus munter ein meterhohes Lagerfeuer entfacht worden war, welches die danebenliegende (aber wenig befahrene) Hauptstrasse zuqualmte. Dass das Mobiliar lackiert war, war vermutlich auch nicht so gescheit gewesen.
Die Ordnungshüter haben uns dann freundlicherweise mit 100 CHF Busse davonkommen lassen - keine Ahnung ob das daher rührte, dass es erst halb zehn war, wir nen Grenzwächter unter uns hatten oder weil wir noch gar nicht besoffen waren.
Diese 10 Franken pro Nase für einmal den Zerstörungstrieb ausleben haben sich definitiv gelohnt! Kann ich nur weiterempfehlen.

Samstag, 1. August 2009

Quickie: Futurama Reboot 2010 & Bender's Big Score

Bevor ich einen Monat lang nichts schreibe, da mich der 4-wöchige militärische Wiederholungskurs völlig verinnahmt, gibts nochmals nen Quickie.
Die super Nachricht des Tages - abgesehen davon, dass ich gestern zum dritten Mal Onkel geworden bin, meine kleine Schwester überraschenderweise für zwei Tage aus England zurückgekommen ist und ich nur noch eine Woche WK habe - ist, dass "Futurama", was mir immer besser gefallen hat als "Die Simpsons", nach dem völlig unverständlichen Aus 2003 endlich fortgesetzt wird!
Bereits die letzten Jahre kamen einige DVDs mit spielfilmlangen Episoden auf den Markt, wovon ich erst "Bender's Big Score" und "Ära des Tentakels" gesehen habe. Ersterer war für mich - der alle Episoden der Serie kennt - einfach genial. Er geht von Anfang bis Ende mit den apgefahrendsten Zeitreise-Ideen ab, lässt fast jede Figur wieder zum Einsatz kommen und vertieft einige der besten Episoden nochmals zusätzlich, dass es einfach eine helle Freude ist. Mit der klasse Story und den unzähligen Anspielungen, wovon man so einige fast nicht mitbekommt, weils Schlag auf Schlag geht, kann man sicherlich sagen, dass der Film inhaltlich extrem rasant ist. Natürlich sollte man mindestens die bekanntesten Episoden der Serie kennen, um wirklich im Film aufgehen zu können und das ganze nicht als zusammenhangslosen Wirrwarr wahrzunehmen. Aber rein storymässig dürfte auch der absolute Nicht-Kenner genügend bei der Stange gehalten werden.
Einziger Wehrmutstropfen bei der Sache ist die mangelhafte deutsche Synchronisation. Besonders die (als einzige) neu besetzte Stimme von Zapp Brannigan passt schlicht überhaupt nicht und macht einen üblen Job. Aber auch der bekannte Voice Cast (oder vermutlich eher der Synchronregisseur) patzt hin und wieder. Trotzdem gebe ich diesem Direct-to-DVD-Release die Höchstnote 6.
"Ära des Tentakels" gibt in jeder Hinsicht (ausser der Synchro) bereits deutlich ab. Die letzen beiden Filme werde ich mir auch noch ansehen, gehe aber nicht davon aus, dass die den brillianten "Bender's Big Score" toppen werden.

via

Sonntag, 28. Juni 2009

Best of Video Game Concept Art & Illustration

Nach etlichen lohnenswerten Revisionen kann ich den Beitrag nun (3. Juli) endlich veröffentlichen. Wie im vorhergehenden Post geschrieben, waren die letzten Wochen mit zwei übelst aufwendigen Prüfungen vollständig ausgebucht. Aus Angst, das ganze zu verzocken oder ähnlich, habe ich meine letzte freie Zeit fast ausschliesslich damit verbracht, mir im Internet buchstäblich Tausende von Concept Art, Illustrationen und sonstigen Artworks anzusehen. Da hat man nach zwei Stunden Dauergeklicke (inkl. Archivierung) dann auch mal wieder genug und widmet sich freiwillig erneut dem Lernen zu. Jedenfalls hat sich eine mehrere hundert Bilder umfassende Best-Of-Sammlung aus Science-Fiction und Fantasy zusammengefunden, welche ich hier in nochmals abgespeckter (oder wohl eher optimierter) Form in drei Posts vorstellen möchte. Dieser erste Beitrag widmet sich den Concept Art und Illustrationen aus dem Videospielbereich (vgl. Galerie-Link unter 4. Bild).

Spätestens mit Aufkommen der 6. Konsolengeneration (PS2, Xbox, Gamecube, Dreamcast) wurden die Pixel endlich so klein, dass sie dazu eingesetzt werden konnten, konkrete Details abzubilden. In grossen Sprüngen holte die Spielegrafik im Verlauf des neuen Jahrtausends das Vorstellungsvermögen der Zeichner ein. Der Beruf des Concept Artisten und Illustrators erfuhr durch den mit der Auflösung erhöhten visuellen Gestaltungsaufwand eine drastische Bedeutungssteigerung. Seine Arbeit ist nicht länger darauf beschränkt im Nachhinein Packungscover, Handbuchillustrationen und Poster anzufertigen, sondern er gibt während der gesamten Produktion mit unzähligen Skizzen die unterschiedlichsten konkreten Designs (einer Figur, "Requisite" oder Umgebung), Atmosphären (eines Schauplatzes) und Gefühle (einer Szene) direkt vor. Seine Arbeit ist dabei Inspirationsquelle und Leitfaden zugleich. Gerade heutzutage, wo aufwendige Videospiele in personeller wie materieller Hinsicht die produktionstechnischen Ausmasse von kleineren Hollywoodfilmen annehmen und sich die Videospielgrafik an die Fersen von computeranimierten Kinofilmen geheftet hat, kann man die Notwendigkeit und den Einfluss dieser visuellen Hilfsmittel wohl kaum mehr überschätzen.

Es gibt einiges, was dafür spricht, dass Concept Artisten und Illustratoren in nächster Zeit noch wesentlich bekannter werden. Wie die Filmwelt bis zu den 50er Jahren steckt die Videospielwelt immer noch in einer Art Studiosystem. Die Leistungen der einzelnen Videospiele werden nur in den seltensten Fällen einzelnen Persönlichkeiten zugeschrieben, sondern in erster Linie einem Entwicklungsstudio. In dieser studiogetriebenen, kollektivistischen Umgebung stechen meiner Meinung nach die Concept Artisten und Illustratoren durch zwei Eigenschaften besonders hervor, welche sie mit den Komponisten teilen und welche sie gegenüber anderen direkt an der Produktion beteiliten Berufen bevorteilen. Erstens sind ihre Arbeiten völlig eigenständig konsumierbar - können also neben dem Spiel für sich alleine bestehen und erreichen damit ein potentiell grösseres Publikum. Zweitens sind es einzelne Personen, welche grundlegenden und - aufgrund der Eigenständigkeit ihrer Arbeit - vor allem augenscheinlichen Einfluss auf das Endprodukt der Entwicklungsfirma haben. Man kann diesen durch einen simplen Vergleich der Concept Art mit der schlussendlichen Spielgrafik intuitiv und zuverlässig erfassen. Das was die Soundtracks mit anderen Worten für "privilegierte Souvenirs" für die auditive Ebene sind, sind die Concept Art und Illustrationen für die visuelle. Natürlich bleibt abzuwarten, wie sich das ganze tatsächlich entwickelt, aber ich würde den Künstlern noch grössere öffentliche Aufmerksamkeit zumindest wünschen.

Die Best of Video Game Concept Art & Illustration-Galerie umfasst circa 180 der eindrücklichsten Beispiele, welche die stilistische Vielfalt und das hohe künstlerische Niveau dieser gestalterischen Disziplin im Videospielbereich demonstrieren sollen. Ich habe mich bemüht, möglichst viele klassische Concept Art hier hereinzunehmen, doch es ist sehr schwierig im Nachhinein festzustellen, welche Bilder tatsächlich als Inspirationsquelle während der Produktion und welche (erst später) zu Promotionzwecken fertig gestellt wurden. Deshalb habe ich mich schliesslich dazu entschieden, auch Illustrationen und Promotionbilder einzubeziehen, solange sie nicht komplett vorgerendert sind. Die allermeisten Bilder sind mit dem Namen des Könstlers und/oder dem Namen des Spiels angeschrieben - leider sieht man das erst wenn man das Album heruntergeladen hat. Ich mag nicht noch bei allen noch manuell ne entsprechende Bildunterschrift einfügen. Bitte die Bilder mittels Vollbildfunktion (entweder über "Diaschau" oder "Vollbild" oben links und bei Bedarf F11) begutachten, weil sie mitunter mehrere Tausend Pixel Auflösung haben (vgl. z.B. 3. und 4. Bild)! Zunächst kommt übrigens Sci-Fi, dann Fantasy.

Die gewaltigsten Arbeiten bei gleichzeitiger Masse UND Klasse finde ich jene zu den Spielen "Turok (2008)" (Daryl Mandryk; vgl. erweiterte Turok-Galerie), "Guild Wars" (Jamie Jones, Daniel Dociu; vgl. erweiterte Guild Wars-Galerie) und "God of War" (Andy Park, Charlie Wen; vgl. erweiterte God of War-Galerie). Das sind keinster Weise grobe Skizzen mehr, sondern technisch gesehen finale Gemälde. Mit solchen visuellen Stützen sollte es gleich halb so schwer sein, etwas ansprechendes und stimmiges auf den Bildschirm zu zaubern.

Montag, 22. Juni 2009

Quickie: Keine Jugendfreigabe of Legend!

Zunächst mal sorry für die Funkstille, hab zwei grössenwahnsinnige Prüfungen gehabt, welche zu meinem Lebensinhalt werden mussten. In den nächsten Tagen gibts dafür wieder mal ne umfangreichere Sache (dieses mal jedoch hinsichtlich Bilderanzahl, nicht bezüglich Text).

Jedenfalls hat mich der D.S. (bzw. Lich King da "gegen die Welt, gegen das Leben") dazu überredet, vielleicht öfters mal was kleineres zu posten, was ich anfänglich eher vermeiden wollte. Die Maxime bei mir lautet eigentlich, dass ich nicht täglich (erm, wöchentlich o.ä.) und spontan poste, sondern mir viel Zeit für einzelne Themen nehme und versuche dazu umso mehr zu sagen. Aber vermutlich liegt der richtige Weg einmal mehr irgendwo in der Mitte und deshalb wirds hier ab und zu sogenannte Quickies geben.


Quickie: Gigantische Logos auf dem Cover sind schon bescheuert, keine Frage, aber wie kacke ist das denn, man sieht die titelgebende Faust (Fist) nicht!?! Ansonsten ist es einer der besten zehn Kampffilme, die ich bis jetzt gesehen habe (und sicherlich bereits für 16-jährige unbedenklich).

Sonntag, 3. Mai 2009

Wie der Krieg im Zeitalter der interstellaren Raumfahrt zum ewigen Krieg wird

Der nachfolgende Gedankengang orientiert sich lose an Joe Haldemans Science-Fiction-Klassiker „Der Ewige Krieg“. Es geht darum zu zeigen, wie sich im Zeitalter der interstellaren Raumfahrt ein Konflikt gegen einen Lichtjahrhunderte entfernten Feind zu einem schier endlosen Krieg ausweitet. Mit anderen Worten: um einen Fall mit der Eintrittswahrscheinlichkeit von so etwa dreissig Nachkommanullen. Für einen Sci-Fi-Freund wie mich reicht das aber vollkommen aus, um sich näher damit zu beschäftigen!

Das Problem an der ganzen Sache ist das Reisen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit zurückzuführen. Denn während die Soldaten den Flug zum Einsatzort als wenige Monate erleben, vergehen auf der Erde aufgrund der Relativität der Zeit Jahrzehnte. Diese Zeitdiletation (das „Reisen in die Zukunft“) führt zu gravierenden sozio-kulturellen Diskrepanzen zwischen den Militärs und der Zivilbevölkerung und zu verhängnisvollen wirtschaftlichen Folgen für die Menschheit. Der Effekt dieser relativistischen Zeitreisen ist umso grösser, je länger und je näher an der Lichtgeschwindigkeit gereist wird. Es kommt also auf die Geschwindigkeit und die Beschleunigung an. Im Roman reisen die Soldaten oft mit 90% Lichtgeschwindigkeit und können aufgrund von Druckkammern wochenlang mit bis zu 25 G beschleunigen bzw. abbremsen. Aus heutiger Sicht ist eine Reisegeschwindigkeit von 10% Lichtgeschwindigkeit bereits realistisch. Dabei wäre die Beschleunigung bzw. Abbremsung jedoch noch auf 1 G (Anziehungskraft wie auf der Erde), höchstens 3 G begrenzt, so dass es Wochen bis Monate dauern würde, bis die endgültige Reisegeschwindigkeit erreicht ist. Die Zeitdiletation einer solchen Reise wäre natürlich um ein Vielfaches geringer. Aber wir gehen ja von der Zukunft und seinen scheinbaren Unmöglichkeiten aus.

Fangen wir bei der Perspektive der Zivilbevölkerung an. Ein erster wichtiger Punkt ist sicherlich, dass Kriegsberichterstattung aufgrund der astronomischen Distanzen praktisch nicht vorhanden ist. Erstens ist sie aufgrund des Transportweges extrem kostenintensiv. Vor allem aber hinkt sie zweitens dem Geschehen zeitlich um Jahre hinterher. Denn einerseits muss die Information erst mal den extrem langen Weg zur Erde zurücklegen und anderseits reist man ja praktisch so schnell, wie man Informationen übermitteln kann, was dazu führt, dass Informationen in immer grösseren Zeitabständen eintreffen. Man kann sagen: Wenn eine Flotte zu einem Einsatz aufbricht, dann ist sie aus Sicht der Zivilbevölkerung einfach weg. Die Bewohner der Erde bekommen nahezu nichts von den Kriegsereignissen mit. (Wie wir später sehen werden, sind die Angehörigen nach ein, zwei Einsätzen ebenfalls kein Problem mehr.) Es gibt keine medienwirksamen, augenscheinlichen Argumente gegen den Krieg. Für die Menschheit ist er schlicht nicht-gegenwärtig. Was sie aber sehr wohl wahrnimmt, sind die positiven wirtschaftlichen Aspekte des Krieges und die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen einer geeinten Erde. Das Volk hat keinen Anreiz, etwas gegen den militärischen Konflikt zu unternehmen.

Für das Militär erwächst aus der Zeitdiletation ein empfindlicher taktischer Komplexitätsschub. Entscheidungen werden immer risikoreicher und folgenschwerer, weil ein Einsatz fast unwiderruflich ist (man reist ja praktisch so schnell wie die schnellstmögliche Informationsübermittlung). Es kann von den Vorhaben fast nicht mehr abgewichen werden. Der Krieg büsst aufgrund der Zeitdiletation entscheidend an seiner kurzfristigen taktischen Komponente ein und beschränkt sich auf den langfristigen strategischen Aspekt. Er ist nichts dynamisches mehr, das über Tage oder Monate an die momentane Situation angepasst wird, sondern vielmehr die schlichte Ausführung eines Planes, der vor Jahren festgelegt wurde. Unterstützt wird die Tendenz zum ewigen Krieg dadurch, dass die Militärs aufgrund der exzessiven Nutzung von Hochgeschwindigkeitsflügen die ältesten Menschen überhaupt sind. Nach ein paar Jahren Dienst kann er bereits Tausend Jahre lang gelebt haben. Zwar wird es ständig von zeitgenössischen Individuen ergänzt, doch letztlich von uralten Menschen geführt. Während der Einfluss der Gesellschaft auf das Militär begrenzt bleibt, wächst der Einfluss des Militärs auf das Weltgeschehen mit der zwangsläufig zunehmenden Abhängigkeit der Wirtschaft und gesellschaftlichen Stabilität vom Krieg weiter an.

Dabei sind wir beim eigentlichen Problem noch gar nicht angekommen: dem wortwörtlichen Zukunftsschock. Die Soldaten haben vor jedem „Zeitsprung in die Zukunft“ keine blasse Ahnung, was sie am anderen Ende erwartet. Es werden ja bereits Jahrzehnte vergangen sein. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass man auf einen waffen- und schildtechnisch entsprechend überlegenen Feind trifft. Es geht mir hier aber weniger um die technologische Komponente, sondern um die sozio-kulturelle. Denn alle Verwandten und Bekannten sind nach ein oder zwei Einsätzen bereits verstorben. Ebenso schockartig ändert sich die Kultur der Erde quasi von Auftrag zu Auftrag. Dies führt zwangsläufig zu einer zunehmenden Entfremdung der Soldaten. Die Menschheit als Ziel und Sinn der Sache verliert nach und nach an Bedeutung und an ihrer Stelle kommt die einzige vertraute Umgebung: das Militär, die Kameraden und schlussendlich der Kampf. Über die Generationen hinweg wird der Krieg endgültig zur Lebensweise. Der ursprüngliche Grund ist schon lange verloren gegangen.

Der temporäre Konflikt ist zum ewigen Krieg geworden.

Mittwoch, 29. April 2009

Garantiert nur für kurze Zeit: Ghost in the Shell - Stand Alone Complex Complete Boxes fast geschenkt

Darauf habe ich gewartet. Endlich sind die beiden Staffeln als Complete-Box bei amazon.de erhältlich und das auch noch zu einem unverschämt günstigen Preis von jeweils 26 Euro! Hier Staffel 1, hier Staffel 2. Das sind insgesamt rund fünfzehn Stunden Fernsehvergnügen auf inhaltlichem Niveau der Ghost in the Shell-Kinofilme!
Wer die Filme kennt und schätzt, darf sich die TV-Serie nicht entgehen lassen. Bei diesem Preis darf man sich die Boxen meiner Meinung nach sowieso nicht verpassen - eine der besten Serien, die ich bis jetzt gesehen habe.
Die Ereignisse der Kinofilme werden zwar ignoriert, nicht aber deren Universum, Figurenkonstellationen, geschweige denn der Spirit der Werke. Die Serie beleutet vielmehr Aspekte des Universums, welche in den Kinofilmen zu kurz kamen. Extrem intelligente Stories, wobei die Episoden entweder für sich alleine stehend sind (stand alone episodes) oder dem genialen Fall des Lachenden Mannes angehören (complex episodes). In der zweiten und letzten Staffel (das war aber hier von vornherein geplant!) wird das ganze dann erst richtig komplex und verworren, indem es individual, dividual und dual episodes gibt, die aber viel mehr miteinander verwoben sind, als es noch in der ersten Staffel der Fall war.

Mittwoch, 15. April 2009

The Longest Way - oder: YouTube hat mal wieder was gescheites anzubieten


Zugegeben, es gibt viele sehenswerte Zeitraffer-Clips - ich finde jedoch, dass dieser hier im Unterschied zu den meisten gleichermassen durch seine Optik, Akustik, Schnitt und Bedeutung begeistert. Eine gleichermassen rasante wie poetische Bilderflut der Erlebnisse eines Mannes auf einer langen Reise durch die Wildnis auf der sprichwörtlichen Suche nach sich selbst.
Im Zentrum steht dementsprechend der nachdenkliche Protagonist, an dem das wilde Treiben der rohen Natur ebensowenig ohne Spuren zu hinterlassen vorbei geht, wie die Güte seiner Helfer und Lebensfreude seiner Begleiter und Bekanntschaften. Sofern ich das Video richtig verstanden habe, (hab leider nur wenige Posts des Reiseblogs gelesen, wovon mir dieser hier übrigens am besten gefallen hat) hat er schlussendlich in der Wildnis Menschlichkeit gefunden. Die Suche nach sich selbst war die Suche nach eigenen Werten - nach Wertschätzung, Geborgenheit, Geselligkeit - kurz: Liebe.
Anderseits fragt man sich halt nach wie vor, wer man nun ist, wenn man nicht mehr weiss, wer man vor der Reise war. In diesem Sinne hat die Suche kein ein Ende gefunden, die eigene Person jedoch tiefgreifende Veränderungen erfahren - man geht davon aus, dass sie gewachsen ist.
Ich empfinde tiefen Respekt vor Leuten, die eine solche Reise anzutreten wagen.

(Ich empfehle das Video auf der YouTub-Seite zu visionieren, da es dort in der maximalen Auflösung angesehen werden kann.)

Sonntag, 22. März 2009

Gasteintrag zur Wirtschaftskrise

Hab meinen ersten Gastbeitrag bei nem fremden Blog eingereicht. Dachte, dass Politik hier nicht so reinpasst, beim Blog des lieben "Lich King" dafür umso mehr. Zu besagtem Post gehts hier.

Donnerstag, 5. März 2009

Patrick Brown - hochqualitative Fan-Art

Weils so gut hierher passt und weil ich die Bilder für sehr gelungen halte, verlinke ich hier eine kleine Sammlung von Patrick Browns comichaften, humoristischen Portraits verschiedenster Film- und Videospielefiguren.

Donnerstag, 26. Februar 2009

RESIDENT EVIL: DEGENERATION (J, 2008) - Filmkritik

Die Live-Action-Filme aus Hollywood empfand ich als eingefleischter Fan der Videospiele aufgrund ihrer völligen Werkfremdheit stets als ein Schlag ins Gesicht. Vor allem Resident Evil: Apocalypse gehört (beileibe aber nicht nur!) deswegen zu den allerschlechtesten Filmen die ich je zu Ende gesehen habe.
Capcom, der Videospiel-Entwickler selbst liefert nun mit Resident Evil: Degeneration eine Fortführung der Ereignisse ab, die näher an den Videospielen, in besonderem Masse an Resident Evil 2, nicht hätte liegen können. Story, Figuren (Leon & Claire aber auch die neuen Figuren), Look und Inszenierungsstil sind absolut werktreu. Der Film transportiert den Geist der (älteren) Spiele hervorragend und ist eigentlich ein einziges Bollwerk aus verschiedenartigsten sprichwörtlichen bis szenischen Anspielungen und Zitate.
Anderseits wird schon wieder zu viel reproduziert. Insgesamt handelt es sich nämlich mehr um ein Wiederaufleben der ersten Resident Evil-Generation mit ihren lahmen Zombies, als um ein Anknüpfen an die jüngsten Ereignisse aus Resident Evil 4. Von den mehreren Dutzend Gegnerarten kommen leider fast ausschliesslich die schlurfenden Untoten zum Einsatz, die mittlerweile die uninteressantesten Gegner in diesem Universum darstellen. Dieses Defizit wird jedoch zu einem beachtlichen Teil durch das vorbildliche Tempo, das den Grossteil des Films über gehalten wird, abgemildert. Trotzdem wirken einige Szenen bisweilen arg konstruiert, was deren Spannung untergräbt. Hierzu zähle ich Augenblicke, bei welchen die Verzögerungen eindeutig als solche auffallen, wie zum Beispiel in der Szene mit der Zeitbombe oder im Kampf gegen den „Endgegner“.
Derartige artifizielle Tendenzen werden durch die grosse Schwäche des Films empfindlich verstärkt: die Optik. Denn wie Advent Children ist Degeneration ein Direct-to-DVD-Release und hat dementsprechend augenscheinlich mit einem kleinen Budget zu kämpfen. Verglichen mit dem mittlerweile immerhin vier Jahre alten Advent Children sieht Degeneration jedoch insgesamt deutlich schlechter aus. Es gibt zwar einige kurze geniale Momente, in denen der Film lebensecht wirkt, doch gerade die Mimik und Animationen von Textilien sind für heutige Verhältnisse oftmals gelinde gesagt mangelhaft. In den Gesichtern wird fast nichts animiert, wenngleich diese sehr schön modelliert und photorealistisch texturiert sind. Dem Uncanny Valley wird infolgedessen immer mal wieder ein Besuch abgestattet. Die Standbilder wirken also viel lebendiger als der bewegte Film. Man merkt, dass die Firma bisher noch keinen abendfüllenden Streifen gemacht hat und die Technik auf Videospiele-Tools aufbaut. Deswegen und aufgrund einiger oben erwähnter Inszenierungsschwächen, wirkt der Film insgesamt wie eine überdimensionale Zwischensequenz. Grob gesagt wurde lediglich die Auflösung des Bildes und der Texturen erhöht, nicht aber der Detailgrad im Bild (optische Komplexität und Animationskomplexität). Man muss schon mit Zwischensequenzen in Spielegrafik vertraut sein, um mit den hier gesehenen Animationen zurecht zu kommen.
Anderseits ist Degeneration Advent Children hinsichtlich der Ausdrucksstärke der Gesten überlegen. Denn innerhalb der gegebenen visuellen Einschränkungen wird sehr präzise mit Gesten und Gesichtsausdrücken (Stichwort: Schnappschuss) gearbeitet. Die Motion-Capture-Schauspieler machen mit ihrer äusserst präzisen Körpersprache einen hervorragenden Job, ohne welchen (vermutlich) alles zusammenbrechen würde.
Zu guter Letzt will ich noch sagen, dass mir eine solche optisch zwar mangelhafte, aber dafür werktreue Adaption viel lieber ist, als eine weitere Live-Action-Verfilmung von Übersee.

Fazit
Eine rasante, aber optisch dürftige, spielfilmlange Videospiel-Zwischensequenz, in erster Linie für Fans der alten Resident-Evil-Generation. Da ich mich dazu zähle, gebe ich dem Film eine vier. Mit mehr monstermässiger Abwechslung hätte vielleicht eine fünf drin gelegen.

Freitag, 20. Februar 2009

Bodo Wartke - Klavierkabarett vom Feinsten

Eigentlich geh ich fast nie an Konzerte, höstens (drogengeprägt) an Openairs. Ein Klavierkabarett hab ich noch nie live erlebt - bis zum heutigen Abend. Eine glückliche Fügung hat mich in den Auftritt von Bodo Wartke in Zürich gebracht - und ich muss überrascht sagen: ich war hin und weg! Seine gesangliche, musikalische und schauspielerische Performance war ebenso berauschend präzise wie charmant-spontan. Die pointenreichen Texte sind mal süffisant-salopp, mal tragisch-komisch, aber stets ungemein geistreich. Das nachfolgende Video soll dies exemplarisch veranschaulichen (trotz Schnarch-Publikum).
Ich musste mir gleich die CD kaufen - was immerhin die erste seit Amy Macdonalds This is the Life ist.

Mittwoch, 4. Februar 2009

(Sehr) frühe Auftritte bekannter Gesichter

UPDATE: ***Nachdem youtube mir zwei Verwarnungen geschickt hat, musste ich alle Videos bis auf jenes von Clive Owen aus der Öffentlichkeit nehmen. Als Ersatz habe ich sie nun auf dem offensichtlich eher langsamen und noch mehr werbeverseuchten megaupload bereit gestellt. Tut mir leid, dass es etwas gedauert hat, bis ich reagiert habe.***

Hab hier willkürlich ein paar Beispiele von sehr frühen Auftritten mittlerweile (mehr oder weniger) bekannter Gesichter zusammengetragen. Abgesehen von Johnnie Depps Auftritt in Nightmare on Elm Street sind alle Beispiele "eigene Entdeckungen". Das bedeutet einerseits, dass es nichts allzu aufregendes gibt und anderseits, dass dieser Post nicht zusammengeklaut ist.
Es kann sein, dass ein paar Clips (vielleicht auch gleich mein ganzer YouTube-Account) gelöscht wird, weil die Videos ja streng genommen gegen das Urheberrecht verstossen (***schnarch***). Der Auftritt von Samuel L. Jackson als Kleinkrimineller in Der Prinz von Zamunda war beispielsweise bereits nach drei Stunden wieder gelöscht und wird hier deshalb auch nicht mehr aufgeführt. Passt bloss auf, was ihr von Paramount online stellt, die verstehen keinen Spass. Falls weitere Clips gelöscht werden, werde ich diese anderweitig verfügbar machen, was aber einige Stunden dauern dürfte.
Bitte nicht vergessen die Videos in hoher Auflösung anzusehen ("HQ" Pop-up anklicken).



Benicio del ToroJames Bond: Licence to Kill
Licence to Kill kam unlängst im Fernsehen und vor allem der Handlanger des Bösewichts erinnerte mich stark an den durchgeknallten Partner von Johnny Depp in Fear and Loathing in Las Vegas – und siehe da, er war's tatsächlich. Irgendwie erinnert er doch ein wenig an den jungen James Dean.




Christian BaleEmpire of the Sun
Wenn man seine Darstellung in diesem überraschend seriösen Steven-Spielberg-Film begutachtet, beantwortet sich die Frage, ob der Darsteller in all seinen Filmen so gut spielt, wie von selbst. Daran vermögen auch zugegebenermassen üblere Entgleisungen während des Drehs des neuen Terminator-Films nicht viel zu ändern.




Sean Astin und Josh BrolinThe Goonies
Nicht nur Christian Bale konnte bereits im Kindesalter eindrucksvolle Leistungen abliefern, sondern ebenso Sean Astin, der allen noch als treuer Sam aus Herr der Ringe in Erinnerung sein sollte. Josh Brolin feierte in diesem sehr guten Kinderfilm (jetzt ist wieder The Goonies gemeint) sogar sein Leinwanddebüt als grosser Bruder von Astin.




Elijah WoodBack to the Future: Part 2 & Forever Young
Ja, der war auch schon seit frühester Kindheit dabei und hat gleich ne Kleinschauspiellerrolle neben den unvergleichlichen Michael J. Fox und Christopher Lloyd gewonnen – drei Jahre später folgte die grössere Nebenrolle an der Seite von Mel Gibson. Von allen hier präsentierten Auftritten hat sich meiner Meinung nach Elijah am wenigsten verändert - der sieht immer noch ... wie ein Milchbubi aus.




Laurence FishburneApocalypse Now
Ebenfalls unser guter Morpheus (und baldiger Ersatz für Grissom von CSI - Las Vegas) durfte im Teenager-Alter (17) bereits in nem weltbekannten Einschläf- ... ähm Meisterwerk mitmachen. Und viel zurechnungsfähiger als der Rest der Truppe ist dieser Spargeltarzan beileibe nicht (was man in diesem Clip jedoch noch nicht sieht).




Edward James OlmosBlade Runner
Dürfte eher wenigen ein Begriff sein. Man muss sich schon für Kampfstern Galactica interessieren. Jedenfalls hat Olmos vor vielen Jahren mal im Klassiker Blade Runner mitgespielt - und übernahm dort die Rolle des mysteriösen Gaff. Dazu gibts noch dieses Video aus den DVD-Special Features, welches mir viel besser gefällt, als mein eigenes, sehr minimalistisches. Aber man will den Kunden ja auch was Selbstgemachtes anbieten.




Steven SpielbergBlues Brothers
Einer der wenigen wirklich sichtbaren Gastauftritte des Regisseurs. Noch dazu ein sehr früher von 1980 - bis dahin hatte er erst die Kassenschlager Der Weisse Hai und Unheimliche Begegnung der Dritten Art fertig gestellt. Can I help you?




Johnny Depp - A Nightmare on Elm Street
Ein eher bekanntes Leinwanddebüt, aber Johnny Depp sieht da mitunter so belämmert aus, dass man es einfach zeigen muss. Seinen Abgang im Film kann man nebenbei hier "bewundern".




Clive Owen - Privateer 2: The Darkening
Dieser coole Typ war bereits anno 1996 dem geneigten Weltraum-Shooter-Zocker ein Begriff. Er spielte im hervorragenden Privateer 2: The Darkening von Origin die Hauptrolle - neben John Hurt, Christopher Walken und Jürgen Prochnow. Damals wurde aufgrund der schlechten Spielegrafik öfters auf Live-Action-Zwischensequenzen zurückgegriffen. Abgesehen vom hier präsentierten Intro, das ich selbst aus dem Game rauskitzeln musste und welches deshalb eine vergleichsweise dürftige Auflösung hat, findet man nahezu alle Videos dieses Spiels hier in besserer Auflösung. Clive Owen tritt erst nach ca. zwei Minuten auf, doch ich wollte gleich die ganze für ihr Alter und vor allem für das Medium Videospiel gelungene Filmsequenz anbieten.




Alyssa Milano - Commando
Zu guter Letzt wenigstens noch zwei Beispiele mit Mädels, von denen es rein zufälligerweise kein normales Bild gab. Wer Charmed kennt (was ich von mir nicht behaupten kann) oder FHM (Bingo!), dem könnte die erste freche Göre noch bekannt vorkommen. Im super-lustigen Commando, tauchte Alyssa Milano zum zweiten Mal auf der Leinwand auf - als Tochter der Ein-Mann-Armee John Matrix. Dieser wird von niemand geringerem verkörpert als Schwarzenegger in seinen besten Jahren, was bedeutet, dass Schauspiel und Körper gleichermassen hölzern sind!




Natalie Portman - Léon - Der Profi
Dieser Auftritt dürfte vielleicht noch bekannter sein als alle anderen hier präsentierten. Aber mir kommt erstens kein weiterer cooler Auftritt eines Mädels in den Sinn und zweitens handelt es sich hier um ein regelrechtes Ausnahme-Debüt. Denn ohne jemals eine Schauspielschule besucht zu haben, wurde Portman zufälligerweise vom Regisseur in der Pizzaria entdeckt, hat nebenbei 2000 Konkurrentinnen ausgestochen und gleich in diesem fantastischen Film eine ebenso fantastische Laiendarstellung abgegeben.
Jetzt sollte klar sein, weshalb meine Armeewaffe Mathilda heisst. (Zweiter Name ist Cassandra)

Mittwoch, 28. Januar 2009

Problematische Situation der Spielekonsolen trotz momentanem Boom (?)

Heute ist auf gamestar.de ein wirklich guter Artikel über die angebliche industrielle Sackgasse von Spielekonsolen erschienen. Darin prophezeit der Kopf hinter dem DirectX-Software-Paket, Alex St. John, das Ende der Konsolen. Damit widerspricht er der gängigen Meinung, dass die Zukunft nicht dem PC, sondern den Konsolen gehört. So reisserisch sich dies auch anhören mag, so zeigt der Artikel dennoch in prägnanter Weise Schwachstellen des gegenwärtigen Wirtschaftsmodells bei Konsolen auf. Meiner Meinung nach Pflichtlektüre für Gamefans - auch wenn ich keine Ahnung hab, wie ernst man den Artikel wirklich nehmen sollte.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Das Anbrechen des 3D-Zeitalters im Kino

Auf Filmstarts.de wurde gestern ein interessanter Artikel über die Verbreitung von 3D-Filmen veröffentlicht. Darin werden die Pläne Hollywoods in diesem Bereich erwähnt, sowie Einschätzungen von "Experten" wiedergegeben. Überdies ist die Rede von der Umstellung der gesamten audio-visuellen Peripherie, also auch Handys usw. Jedenfalls bietet der Beitrag einen guten Überblick über die momentane und zukünftige Situation mit Fokus auf die Lichtspielhäuser.
Ich würde mal sagen, dass gerade der Technik-Vorsprung der Kinosääle ein ausschlaggebendes Argument für einen möglichst raschen Wechsel der Branche zu 3D darstellt. Illegalen Downloads könnte mit 3D (zumindest für einige Zeit) effektiv begegnet werden.
Die Kommentare der Leser sind hingegen weniger prickelnd. Da wird eher der alte Hut der Effekt-Hascherei angesprochen, für den ich nunmehr ein müdes Lächeln übrig hab. Klar, bei jedem Technologiesprung wird das Innovative überproportional bis exzessiv genutzt (siehe z.B. Einführung des Ton- und Farbfilms), aber ich denke, dass dieser Anteil nicht grösser ist, als der Anteil an Standardware vor dem Technologiesprung.

Montag, 12. Januar 2009

Kommentierte Top-5 Videogame-Trailers von 2008

Auch wenn es in den letzten Wochen bereits genügend Bestenlisten in diesem Bereich gegeben hat (vgl. z.B. Gametrailers, IGN, Blend Games, Kotaku oder 4players), will ich dennoch auch meine persönlichen 5 Highlights des letzten Jahres zusammentragen und kommentieren. Abschliessen will ich das ganze mit einem seeeeeeehr eigenwilligen 6. Trailer.



KLASSISCHE STORY-TRAILER:
2008 gab es eine Reihe von viel gerühmten klassischen Story-Trailern, wie die Launch-Trailer von Gears of War 2, Battlefield: Bad Company, der Release-Trailer von Mercenaries 2 und der Everyone's A Rat-Trailer von GTA 4. Innerhalb des Videogame-Bereichs dürfen diese als mustergültig angesehen werden. Die beiden unten präsentierten Trailer jedoch stellten alle genannten Clips in nahezu jedweder formaler und inhaltlicher Hinsicht nochmals in den Schatten. Sie konfrontieren den Zuschauer mit einem noch gewaltigeren Feuerwerk an Ideen und Eindrücken, weisen die perfektere Optik auf (v.a. glaubwürdigere Figurenmodelle und -animationen), sind durchgehend noch stärker und abgerundeter inszeniert und machen auf die unverbrauchteren und komplexeren Stories aufmerksam. Kein klassischer Story-Trailer der Videogame-Branche von 2008 kann es meiner Meinung nach insgesamt mit den hier präsentierten von Metal Gear Solid 4 und Resident Evil 5 aufnehmen.
Zwar besteht nach wie vor eine visuelle Diskrepanz zwischen einem Kinofilm und einem Videospiel, doch solche Trailer verdeutlichen, wie erstaunlich nahe die audio-visuelle Erfahrung eines Videospiels einem Kinoerlebnis inzwischen ist. Besonders der Trailer zu Metal Gear Solid 4 stellt wohl das perfekte Beispiel dafür dar, wie ein Videogame-Trailer den klassischen Filmtrailer bis ins kleinste Detail imitiert (sogar mit typischem Sprecher) und dabei der Referenz ernsthafte Konkurrenz macht.


METAL GEAR SOLID 4: Courage Is Solid Trailer


RESIDENT EVIL 5: TGS 2008 Trailer




TEASER-TRAILER:

Daneben gab es auch noch ein paar richtig, richtig gute Teaser-Trailer zu bewundern. Darin wird weniger explizit die konkrete Story des Spiels angesprochen, sondern ein eher allgemeines Gefühl für das Spielerlebnis vermittelt. Nun ja, eigentlich hab ich hier einfach diejenigen rein genommen, welche nicht mit den richtige deftigen klassischen Story-Trailern verglichen werden können. Ausserdem sind hier Rendersequenzen enthalten.
Sehr gute Beispiele sind in diesem Bereich der SCEE PlayStation Day Trailer von Mirror's Edge. Auch wenn er hervorragend ein Gefühl für das Spiel vermittelt, ist er mir insgesamt noch nicht denkwürdig genug. Der Teaser zu Diablo 3 ist schlichtweg genial gerendert und kommt an die Qualität computeranimierter Kinofilme ran. Verglichen mit den hier präsentierten ist er mir jedoch ebenfalls zu inhaltsarm. Wenn man sich ein Bild davon machen will, wie gnadenlos berauschend die CGI-Kunst heute sein kann, sollte man sich den Teaser unbedingt zu Gemüte führen. Wenn mal lieber was denkwürdigeres will, ist man mit den drei nachfolgenden bestens bedient.


GEARS OF WAR 2: E3 2008 Trailer
Wenn man mit den Spielen nicht näher vertraut ist, sollte man sich besser zuerst den oben bereits erwähnten Launch-Trailer des Titels ansehen. Dieser gibt einige essentielle Infos zur Konstellation der drei Protagonisten (Typ der geht, Typ der liegt, Typ in der Halle) dieses technisch einwandfreien, inhaltlich aber eher kontroversen Trailers.

Er gefällt mir bedeutend besser als der letztmalige, verschiedenerorts mit Bravour aufgenommene Mad-World-Trailer. Nicht zuletzt, weil er sich nicht vorwiegend auf die unmittelbare Wirkung eines bekannten Songs verlässt, sondern auf die Wirkung des gesprochenen Worts und erst anschliessend auf "Musik" zurückgreift. Darüber hinaus gibt er meiner Meinung nach den brachialen Wahnsinn von Gears of War treffender wieder. Das Spiel ist nicht in erster Linie zurückhaltend traurig, sondern grausam martialistisch. Die Protagonisten agieren weniger unter einer dominanten melancholischen Stimmung (wie es der Mad World Trailer vermittelt), sondern werden vielmehr getrieben durch die fucking Drums of Doom des unausweichlichen Kampfes.

Auch wenn ich Gears of War vorwiegend aufgrund der Art Direction bewundere und nicht aufgrund des (Singleplayer-)Spielinhalts, halte ich diese kurze aber knackige Poesie des Wahnsinns in Gears of War für absolute Spitzenklasse. Musste diesen Trailer jedoch mehrmals sehen, um dahinter zu kommen.


WORLD IN CONFLICT - THE SOVIET ASSAULT: Yulja Theatrical Trailer

Endlich mal wieder ein Beispiel, bei dem der Einsatz klassischer Musik nicht aufgesetzt wirkt. Sie vereint sich viel mehr mit der subjektiven Kamera und den gesprochenen Worten zu einer einmaligen Atmosphäre. Spätestens sobald man begriffen hat, dass der Brief eigentlich nur verzweifelte Notlügen enthält, sollte man im Geschehen versinken. Es ist hierbei weniger eine erst gegen Ende des Trailers schleichend aufkommende Erkenntnis des Wahnsinns, wie bei vorhergehenden Trailer, sondern mehrere über den Trailer verteilte Schauerwogen, die einem hier den Rücken runter fliessen. Meiner Meinung nach wäre es der Hammer gewesen, wenn nach den Worten "Until we meet, my dearest. Love, Alexandr" und mit dem Anschwellen des Crescendos noch eine Nuklearwaffe von den Bombern abgeworfen worden wäre. Ich denke es hätte nicht übertrieben gewirkt.
Leider werden in den letzten 7 Sekunden des Trailers noch diese fürchterlich unpassenden Texttafeln und Schnitte angefügt, welche die ganze eindrückliche Stimmung versauen. Trotz dieses offensichtlichen Missgriffs am Ende ist mir der Trailer doch nicht mehr aus dem Kopf gegangen.


FAR CRY 2: E3 2008 Trailer

Ist wohl der ausführlichste in seiner Exposition, gibt aber trotzdem in erster Linie eine Stimmung wieder, die sich nie ändert, sondern eher durch die akzentuierte Montage intensiviert. Die dreckige Gleichgültigkeit des Songs passt sehr gut zum Spiel. Die Bilder in der zweiten Hälfte hätten jedoch ruhig noch durchgehender so spektakulär sein können. Das Setup ist spitze (der vorgerenderte Teil), die Szenen aus der Spielengine sind mir aber noch zu zusammenhangslos, als das sich ein gebührendes Payoff ergeben könnte. Trotzdem halte ich ihn für eindrücklicher als andere Teaser (oder teaserartigen Trailer) wie die oben genannten von Dialbo 3 oder Mirror's Edge.



DER ULTIMATIVE WTF-TRAILER DES JAHRES
:
BAYONETTA: TGS 2008 - Direct Feed Gameplay Revealed Trailer


Die Gesichtsreaktionen der Leute, wenn sie dieses Videos sehen sind mitunter unbezahlbar! Hier muss sogar ich als Verfechter der asiatischen Mentalität bei Spielen und Filmen sagen: diese Japaner sind soo durchgeknallt!

Aber die anfängliche totale Abneigung gegen die schamlose Celebration von sex sells ging im Verlauf des Clips in mitunter herzhafte Belustigung über.

Samstag, 3. Januar 2009

Wie Rugby bei Jackie Chan gespielt wird

Der Film stammt von 1982 - ist also noch vor Jackie Chans richtig deftigen Stunt-Filmen wie Police Story 1-3 oder Projekt A (deutscher Titel: Der Superfighter) und Projekt B entstanden. Das spassige Rugby-Spiel darf in diesem Sinne als innovativ angesehen werden. Verglichen mit späteren Stunts und Fights der Legende sollte man jedoch nichts allzu intensives erwarten. Beeindruckend ist sie angesichts ihres Alters allemal. Wo hat man in den frühen 80ern schon eine solche Sport-Sequenz abseits des reinen Kampfsports gesehen?
Ausserdem gibt es einen spassigen Einblick in die Arbeitsweise von Jackie Chan: Bei ihm gehts nicht um die Frage, wie gefährlich Stunt ist, geschweigen denn, ob er überhaupt möglich ist, sondern wird kurzerhand vor laufender Kamera ausprobiert! Dies scheint dieses Video ziemlich gut zu demonstrieren. Denn irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Jackie einfach mal Rugby gesehen und es ihm sehr gefallen hat, obwohl er total keine Ahnung von den Regeln hatte. Dann hat er wohl kurzerhand sein Stunt-Team angerufen und mit ihm eine Interpretation des Spiels veranstaltet, was gleich gefilmt wurde. Die besten Szenen habens dann in den Film geschafft. Die Sportart wird jedenfalls im Film nicht weiter thematisiert - anschliessend überhaupt nicht mehr erwähnt.
Wie auch immer: Rugby nach dem Gutdünken und den Launen von Jackie Chan! Der Einfachheit halber auf Deutsch. Bitte nicht vergessen, das Video in hoher Qualität anzusehen (zwei mal auf "youtube" im Video-Fenster klicken, dann auf der Youtube-Seite direkt unter dem Video "in hoher Qualität ansehen" anklicken).