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Dienstag, 24. August 2010

Video: Medienwandel in der Schweiz



In unserem Seminar zum Zusammenspiel von Medienwandel und Gesellschaftswandel in der Schweiz ging es zunächst darum, "sämtliche" kostenlos und frei verfügbaren empirischen Datenquellen zu erfassen und katalogisieren. Ein Teil der Gruppe, einschliesslich mir, produzierte des Weiteren anstelle von Projektberichten jeweils kurze Thesenpaper und zusammen obigen Clip.
Ziel war es, aus den vorhandenen Daten ein möglichst unterhaltsames wie aussagekräftiges Video sozusagen als virales Marketing für die Division on Media Change and Innovation, deren Angehörige das Seminar leiteten, anzufertigen. Das Resultat kann wohl am einfachsten als die Schweizer Version von "Did you Know" (4.0), welches sich überwiegend mit dem Medienwandel in globaler Hinsicht auseinandersetzt, beschrieben werden. Es geht darum, dass man zunehmend von einem einzelnen, digitalen, permanent vernetzten, mobilen Gerät aus Zugriff auf einen schwindelerregend schnell anwachsenden Datenpool von Massenmedien, Internet und Telekommunikation hat. Insgesamt erlangt man einen immer umfassenderen Datenzugriff, wird als Nutzer aber auch immer transparenter. Verbunden mit der Tendenz zur unternehmungsbezogenen Konvergenz (Zusammenschlüsse), ergibt das einen tiefgreifenden medialen und gesellschaftlichen Wandel, der sich definitiv zu beobachten lohnt. Wir haben versucht, dies im Clip zu veranschaulichen.
Abgesehen von den unübersehbaren Anleihen am populären "grossen Bruder" und der zeitweise einen Tick zu hohen Geschwindigkeit, bin ich mit dem Ergebnis angesichts der Beschränkung auf die Schweiz und des überaus löchrigen frei verfügbaren Materials mehr als zufrieden.
Sehenswerte ähnliche Clips sind: The Beast File: Google, The Future Internet: Service Web 3.0



Offizieller Begleittext:

Medieninnovationen verändern die Art und Weise, wie wir öffentlich und privat kommunizieren. Während diese Veränderungen in anderen Ländern, wie etwa den USA, bereits gut dokumentiert sind, ist die Datenlage in der Schweiz noch recht mangelhaft.
Wie sieht also der Medienwandel in der Schweiz aus? Treffen die häufig kolportierten Befunde über die Krise der traditionellen Print- und Rundfunkunternehmen und den Boom bei Internetfirmen auch für die Schweiz zu? Welche Schlussfolgerungen sind daraus zu ziehen?
Studierende unseres Forschungsseminars haben die verfügbaren Statistiken über Veränderungen bei Massenmedien, Internet und Telekommunikation in der Schweiz zusammengetragen, damit gängige Thesen über die Auswirkungen des aktuellen Medienwandels überprüft und einige verblüffende Erkenntnisse zu einem Youtube-Video verarbeitet.

Wir hoffen, dass der Film die Diskussion des Medienwandels in der Schweiz belebt.

Weitere Infos zum Film
Dieser Film entstand im Forschungsseminar „Medienwandel - Gesellschaftswandel" von Prof. Michael Latzer und lic. phil. Andreas Braendle an der Abteilung Medienwandel & Innovation des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich

Credits

  • Recherche & Konzept: Eddie Brand, Patrizia Burger, René Köhne, Susann König, Kris Lüdi, Christian Stark, Silvio Wernli
  • Umsetzung: Kris Lüdi
  • Projektleitung: Michael Latzer & Andreas Braendle

Freitag, 20. Februar 2009

Bodo Wartke - Klavierkabarett vom Feinsten

Eigentlich geh ich fast nie an Konzerte, höstens (drogengeprägt) an Openairs. Ein Klavierkabarett hab ich noch nie live erlebt - bis zum heutigen Abend. Eine glückliche Fügung hat mich in den Auftritt von Bodo Wartke in Zürich gebracht - und ich muss überrascht sagen: ich war hin und weg! Seine gesangliche, musikalische und schauspielerische Performance war ebenso berauschend präzise wie charmant-spontan. Die pointenreichen Texte sind mal süffisant-salopp, mal tragisch-komisch, aber stets ungemein geistreich. Das nachfolgende Video soll dies exemplarisch veranschaulichen (trotz Schnarch-Publikum).
Ich musste mir gleich die CD kaufen - was immerhin die erste seit Amy Macdonalds This is the Life ist.

Mittwoch, 4. Februar 2009

(Sehr) frühe Auftritte bekannter Gesichter

UPDATE: ***Nachdem youtube mir zwei Verwarnungen geschickt hat, musste ich alle Videos bis auf jenes von Clive Owen aus der Öffentlichkeit nehmen. Als Ersatz habe ich sie nun auf dem offensichtlich eher langsamen und noch mehr werbeverseuchten megaupload bereit gestellt. Tut mir leid, dass es etwas gedauert hat, bis ich reagiert habe.***

Hab hier willkürlich ein paar Beispiele von sehr frühen Auftritten mittlerweile (mehr oder weniger) bekannter Gesichter zusammengetragen. Abgesehen von Johnnie Depps Auftritt in Nightmare on Elm Street sind alle Beispiele "eigene Entdeckungen". Das bedeutet einerseits, dass es nichts allzu aufregendes gibt und anderseits, dass dieser Post nicht zusammengeklaut ist.
Es kann sein, dass ein paar Clips (vielleicht auch gleich mein ganzer YouTube-Account) gelöscht wird, weil die Videos ja streng genommen gegen das Urheberrecht verstossen (***schnarch***). Der Auftritt von Samuel L. Jackson als Kleinkrimineller in Der Prinz von Zamunda war beispielsweise bereits nach drei Stunden wieder gelöscht und wird hier deshalb auch nicht mehr aufgeführt. Passt bloss auf, was ihr von Paramount online stellt, die verstehen keinen Spass. Falls weitere Clips gelöscht werden, werde ich diese anderweitig verfügbar machen, was aber einige Stunden dauern dürfte.
Bitte nicht vergessen die Videos in hoher Auflösung anzusehen ("HQ" Pop-up anklicken).



Benicio del Toro – James Bond: Licence to Kill
Licence to Kill kam unlängst im Fernsehen und vor allem der Handlanger des Bösewichts erinnerte mich stark an den durchgeknallten Partner von Johnny Depp in Fear and Loathing in Las Vegas – und siehe da, er war's tatsächlich. Irgendwie erinnert er doch ein wenig an den jungen James Dean.




Christian Bale – Empire of the Sun
Wenn man seine Darstellung in diesem überraschend seriösen Steven-Spielberg-Film begutachtet, beantwortet sich die Frage, ob der Darsteller in all seinen Filmen so gut spielt, wie von selbst. Daran vermögen auch zugegebenermassen üblere Entgleisungen während des Drehs des neuen Terminator-Films nicht viel zu ändern.




Sean Astin und Josh Brolin – The Goonies
Nicht nur Christian Bale konnte bereits im Kindesalter eindrucksvolle Leistungen abliefern, sondern ebenso Sean Astin, der allen noch als treuer Sam aus Herr der Ringe in Erinnerung sein sollte. Josh Brolin feierte in diesem sehr guten Kinderfilm (jetzt ist wieder The Goonies gemeint) sogar sein Leinwanddebüt als grosser Bruder von Astin.




Elijah Wood – Back to the Future: Part 2 & Forever Young
Ja, der war auch schon seit frühester Kindheit dabei und hat gleich ne Kleinschauspiellerrolle neben den unvergleichlichen Michael J. Fox und Christopher Lloyd gewonnen – drei Jahre später folgte die grössere Nebenrolle an der Seite von Mel Gibson. Von allen hier präsentierten Auftritten hat sich meiner Meinung nach Elijah am wenigsten verändert - der sieht immer noch ... wie ein Milchbubi aus.




Laurence Fishburne – Apocalypse Now
Ebenfalls unser guter Morpheus (und baldiger Ersatz für Grissom von CSI - Las Vegas) durfte im Teenager-Alter (17) bereits in nem weltbekannten Einschläf- ... ähm Meisterwerk mitmachen. Und viel zurechnungsfähiger als der Rest der Truppe ist dieser Spargeltarzan beileibe nicht (was man in diesem Clip jedoch noch nicht sieht).




Edward James Olmos – Blade Runner
Dürfte eher wenigen ein Begriff sein. Man muss sich schon für Kampfstern Galactica interessieren. Jedenfalls hat Olmos vor vielen Jahren mal im Klassiker Blade Runner mitgespielt - und übernahm dort die Rolle des mysteriösen Gaff. Dazu gibts noch dieses Video aus den DVD-Special Features, welches mir viel besser gefällt, als mein eigenes, sehr minimalistisches. Aber man will den Kunden ja auch was Selbstgemachtes anbieten.




Steven Spielberg – Blues Brothers
Einer der wenigen wirklich sichtbaren Gastauftritte des Regisseurs. Noch dazu ein sehr früher von 1980 - bis dahin hatte er erst die Kassenschlager Der Weisse Hai und Unheimliche Begegnung der Dritten Art fertig gestellt. Can I help you?




Johnny Depp - A Nightmare on Elm Street
Ein eher bekanntes Leinwanddebüt, aber Johnny Depp sieht da mitunter so belämmert aus, dass man es einfach zeigen muss. Seinen Abgang im Film kann man nebenbei hier "bewundern".




Clive Owen - Privateer 2: The Darkening
Dieser coole Typ war bereits anno 1996 dem geneigten Weltraum-Shooter-Zocker ein Begriff. Er spielte im hervorragenden Privateer 2: The Darkening von Origin die Hauptrolle - neben John Hurt, Christopher Walken und Jürgen Prochnow. Damals wurde aufgrund der schlechten Spielegrafik öfters auf Live-Action-Zwischensequenzen zurückgegriffen. Abgesehen vom hier präsentierten Intro, das ich selbst aus dem Game rauskitzeln musste und welches deshalb eine vergleichsweise dürftige Auflösung hat, findet man nahezu alle Videos dieses Spiels hier in besserer Auflösung. Clive Owen tritt erst nach ca. zwei Minuten auf, doch ich wollte gleich die ganze für ihr Alter und vor allem für das Medium Videospiel gelungene Filmsequenz anbieten.




Alyssa Milano - Commando
Zu guter Letzt wenigstens noch zwei Beispiele mit Mädels, von denen es rein zufälligerweise kein normales Bild gab. Wer Charmed kennt (was ich von mir nicht behaupten kann) oder FHM (Bingo!), dem könnte die erste freche Göre noch bekannt vorkommen. Im super-lustigen Commando, tauchte Alyssa Milano zum zweiten Mal auf der Leinwand auf - als Tochter der Ein-Mann-Armee John Matrix. Dieser wird von niemand geringerem verkörpert als Schwarzenegger in seinen besten Jahren, was bedeutet, dass Schauspiel und Körper gleichermassen hölzern sind!




Natalie Portman - Léon - Der Profi
Dieser Auftritt dürfte vielleicht noch bekannter sein als alle anderen hier präsentierten. Aber mir kommt erstens kein weiterer cooler Auftritt eines Mädels in den Sinn und zweitens handelt es sich hier um ein regelrechtes Ausnahme-Debüt. Denn ohne jemals eine Schauspielschule besucht zu haben, wurde Portman zufälligerweise vom Regisseur in der Pizzaria entdeckt, hat nebenbei 2000 Konkurrentinnen ausgestochen und gleich in diesem fantastischen Film eine ebenso fantastische Laiendarstellung abgegeben.
Jetzt sollte klar sein, weshalb meine Armeewaffe Mathilda heisst. (Zweiter Name ist Cassandra)

Montag, 12. Januar 2009

Kommentierte Top-5 Videogame-Trailers von 2008

Auch wenn es in den letzten Wochen bereits genügend Bestenlisten in diesem Bereich gegeben hat (vgl. z.B. Gametrailers, IGN, Blend Games, Kotaku oder 4players), will ich dennoch auch meine persönlichen 5 Highlights des letzten Jahres zusammentragen und kommentieren. Abschliessen will ich das ganze mit einem seeeeeeehr eigenwilligen 6. Trailer.



KLASSISCHE STORY-TRAILER:
2008 gab es eine Reihe von viel gerühmten klassischen Story-Trailern, wie die Launch-Trailer von Gears of War 2, Battlefield: Bad Company, der Release-Trailer von Mercenaries 2 und der Everyone's A Rat-Trailer von GTA 4. Innerhalb des Videogame-Bereichs dürfen diese als mustergültig angesehen werden. Die beiden unten präsentierten Trailer jedoch stellten alle genannten Clips in nahezu jedweder formaler und inhaltlicher Hinsicht nochmals in den Schatten. Sie konfrontieren den Zuschauer mit einem noch gewaltigeren Feuerwerk an Ideen und Eindrücken, weisen die perfektere Optik auf (v.a. glaubwürdigere Figurenmodelle und -animationen), sind durchgehend noch stärker und abgerundeter inszeniert und machen auf die unverbrauchteren und komplexeren Stories aufmerksam. Kein klassischer Story-Trailer der Videogame-Branche von 2008 kann es meiner Meinung nach insgesamt mit den hier präsentierten von Metal Gear Solid 4 und Resident Evil 5 aufnehmen.
Zwar besteht nach wie vor eine visuelle Diskrepanz zwischen einem Kinofilm und einem Videospiel, doch solche Trailer verdeutlichen, wie erstaunlich nahe die audio-visuelle Erfahrung eines Videospiels einem Kinoerlebnis inzwischen ist. Besonders der Trailer zu Metal Gear Solid 4 stellt wohl das perfekte Beispiel dafür dar, wie ein Videogame-Trailer den klassischen Filmtrailer bis ins kleinste Detail imitiert (sogar mit typischem Sprecher) und dabei der Referenz ernsthafte Konkurrenz macht.


METAL GEAR SOLID 4: Courage Is Solid Trailer


RESIDENT EVIL 5: TGS 2008 Trailer




TEASER-TRAILER:

Daneben gab es auch noch ein paar richtig, richtig gute Teaser-Trailer zu bewundern. Darin wird weniger explizit die konkrete Story des Spiels angesprochen, sondern ein eher allgemeines Gefühl für das Spielerlebnis vermittelt. Nun ja, eigentlich hab ich hier einfach diejenigen rein genommen, welche nicht mit den richtige deftigen klassischen Story-Trailern verglichen werden können. Ausserdem sind hier Rendersequenzen enthalten.
Sehr gute Beispiele sind in diesem Bereich der SCEE PlayStation Day Trailer von Mirror's Edge. Auch wenn er hervorragend ein Gefühl für das Spiel vermittelt, ist er mir insgesamt noch nicht denkwürdig genug. Der Teaser zu Diablo 3 ist schlichtweg genial gerendert und kommt an die Qualität computeranimierter Kinofilme ran. Verglichen mit den hier präsentierten ist er mir jedoch ebenfalls zu inhaltsarm. Wenn man sich ein Bild davon machen will, wie gnadenlos berauschend die CGI-Kunst heute sein kann, sollte man sich den Teaser unbedingt zu Gemüte führen. Wenn mal lieber was denkwürdigeres will, ist man mit den drei nachfolgenden bestens bedient.


GEARS OF WAR 2: E3 2008 Trailer
Wenn man mit den Spielen nicht näher vertraut ist, sollte man sich besser zuerst den oben bereits erwähnten Launch-Trailer des Titels ansehen. Dieser gibt einige essentielle Infos zur Konstellation der drei Protagonisten (Typ der geht, Typ der liegt, Typ in der Halle) dieses technisch einwandfreien, inhaltlich aber eher kontroversen Trailers.

Er gefällt mir bedeutend besser als der letztmalige, verschiedenerorts mit Bravour aufgenommene Mad-World-Trailer. Nicht zuletzt, weil er sich nicht vorwiegend auf die unmittelbare Wirkung eines bekannten Songs verlässt, sondern auf die Wirkung des gesprochenen Worts und erst anschliessend auf "Musik" zurückgreift. Darüber hinaus gibt er meiner Meinung nach den brachialen Wahnsinn von Gears of War treffender wieder. Das Spiel ist nicht in erster Linie zurückhaltend traurig, sondern grausam martialistisch. Die Protagonisten agieren weniger unter einer dominanten melancholischen Stimmung (wie es der Mad World Trailer vermittelt), sondern werden vielmehr getrieben durch die fucking Drums of Doom des unausweichlichen Kampfes.

Auch wenn ich Gears of War vorwiegend aufgrund der Art Direction bewundere und nicht aufgrund des (Singleplayer-)Spielinhalts, halte ich diese kurze aber knackige Poesie des Wahnsinns in Gears of War für absolute Spitzenklasse. Musste diesen Trailer jedoch mehrmals sehen, um dahinter zu kommen.


WORLD IN CONFLICT - THE SOVIET ASSAULT: Yulja Theatrical Trailer

Endlich mal wieder ein Beispiel, bei dem der Einsatz klassischer Musik nicht aufgesetzt wirkt. Sie vereint sich viel mehr mit der subjektiven Kamera und den gesprochenen Worten zu einer einmaligen Atmosphäre. Spätestens sobald man begriffen hat, dass der Brief eigentlich nur verzweifelte Notlügen enthält, sollte man im Geschehen versinken. Es ist hierbei weniger eine erst gegen Ende des Trailers schleichend aufkommende Erkenntnis des Wahnsinns, wie bei vorhergehenden Trailer, sondern mehrere über den Trailer verteilte Schauerwogen, die einem hier den Rücken runter fliessen. Meiner Meinung nach wäre es der Hammer gewesen, wenn nach den Worten "Until we meet, my dearest. Love, Alexandr" und mit dem Anschwellen des Crescendos noch eine Nuklearwaffe von den Bombern abgeworfen worden wäre. Ich denke es hätte nicht übertrieben gewirkt.
Leider werden in den letzten 7 Sekunden des Trailers noch diese fürchterlich unpassenden Texttafeln und Schnitte angefügt, welche die ganze eindrückliche Stimmung versauen. Trotz dieses offensichtlichen Missgriffs am Ende ist mir der Trailer doch nicht mehr aus dem Kopf gegangen.


FAR CRY 2: E3 2008 Trailer

Ist wohl der ausführlichste in seiner Exposition, gibt aber trotzdem in erster Linie eine Stimmung wieder, die sich nie ändert, sondern eher durch die akzentuierte Montage intensiviert. Die dreckige Gleichgültigkeit des Songs passt sehr gut zum Spiel. Die Bilder in der zweiten Hälfte hätten jedoch ruhig noch durchgehender so spektakulär sein können. Das Setup ist spitze (der vorgerenderte Teil), die Szenen aus der Spielengine sind mir aber noch zu zusammenhangslos, als das sich ein gebührendes Payoff ergeben könnte. Trotzdem halte ich ihn für eindrücklicher als andere Teaser (oder teaserartigen Trailer) wie die oben genannten von Dialbo 3 oder Mirror's Edge.



DER ULTIMATIVE WTF-TRAILER DES JAHRES
:
BAYONETTA: TGS 2008 - Direct Feed Gameplay Revealed Trailer


Die Gesichtsreaktionen der Leute, wenn sie dieses Videos sehen sind mitunter unbezahlbar! Hier muss sogar ich als Verfechter der asiatischen Mentalität bei Spielen und Filmen sagen: diese Japaner sind soo durchgeknallt!

Aber die anfängliche totale Abneigung gegen die schamlose Celebration von sex sells ging im Verlauf des Clips in mitunter herzhafte Belustigung über.

Samstag, 3. Januar 2009

Wie Rugby bei Jackie Chan gespielt wird

Der Film stammt von 1982 - ist also noch vor Jackie Chans richtig deftigen Stunt-Filmen wie Police Story 1-3 oder Projekt A (deutscher Titel: Der Superfighter) und Projekt B entstanden. Das spassige Rugby-Spiel darf in diesem Sinne als innovativ angesehen werden. Verglichen mit späteren Stunts und Fights der Legende sollte man jedoch nichts allzu intensives erwarten. Beeindruckend ist sie angesichts ihres Alters allemal. Wo hat man in den frühen 80ern schon eine solche Sport-Sequenz abseits des reinen Kampfsports gesehen?
Ausserdem gibt es einen spassigen Einblick in die Arbeitsweise von Jackie Chan: Bei ihm gehts nicht um die Frage, wie gefährlich Stunt ist, geschweigen denn, ob er überhaupt möglich ist, sondern wird kurzerhand vor laufender Kamera ausprobiert! Dies scheint dieses Video ziemlich gut zu demonstrieren. Denn irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Jackie einfach mal Rugby gesehen und es ihm sehr gefallen hat, obwohl er total keine Ahnung von den Regeln hatte. Dann hat er wohl kurzerhand sein Stunt-Team angerufen und mit ihm eine Interpretation des Spiels veranstaltet, was gleich gefilmt wurde. Die besten Szenen habens dann in den Film geschafft. Die Sportart wird jedenfalls im Film nicht weiter thematisiert - anschliessend überhaupt nicht mehr erwähnt.
Wie auch immer: Rugby nach dem Gutdünken und den Launen von Jackie Chan! Der Einfachheit halber auf Deutsch. Bitte nicht vergessen, das Video in hoher Qualität anzusehen (zwei mal auf "youtube" im Video-Fenster klicken, dann auf der Youtube-Seite direkt unter dem Video "in hoher Qualität ansehen" anklicken).

Montag, 6. Oktober 2008

Zwei Extended Editions zum Heulen



Alternative Filmfassungen wie Director's Cuts, Extended, Unrated oder Uncut Editions halte ich im allgemeinen für eine gute Sache. Sie eröffnen (leider erst auf DVD) dem Regisseur die Möglichkeit, den Film in der ursprünglich vorgesehenen Fassung abzuliefern, was sich in vielen Fällen als die bessere Wahl bestätigt. Peter Jackson hat mit seinen Exdended Editions der Herr der Ringe-Trilogie bewiesen, dass ein ohnehin fantastisches Filmerlebnis noch vollends abgerundet werden kann. Antoine Fuqua, Wolfgang Petersen und Ridley Scott haben mit ihren Director's Cuts von King Arthur, Troy und Kingdom of Heaven gezeigt, wie man aus durchschnittlichen bis guten Filmen ausgezeichnete Filme macht. Die Kinoversion wird hier völlig überflüssig, gehört eigentlich nichts weiter als vergessen. Andere Releases wie der Director's Cut von LA Crash oder von Donnie Darko sind dagegen nutzlos bzw. schlechter. Hier kommen schon eher die Geldmacherei-Fragen ins Blickfeld.
Doch es gibt alternative Fassungen, die schlicht verboten gehören, weil sie technisch unter aller Sau verwirklicht wurden. Deren neues Material unterscheidet sich so überdeutlich vom ursprünglichen, dass man jedes Mal unweigerlich aus dem Film gerissen wird, wenn neu eingefügte Szenen kommen. Zwei solche Beispiele sind der Director's Cut von Zwei Glorreiche Halunken und die Extended Edition von Independence Day.


Zwei Glorreiche Halunken (Schnittbericht)
Das ursprüngliche Filmmaterial weist eine für damalige technische Verhältnisse charakteristische Klangfärbung (leichtes Hintergrundrauschen, flacher Bass, Monoton usw.) auf. Es hört sich einfach wie ein alter Western an, was auch mit Digitaltechnik nur mühevoll zu beseitigen ist. Vom Bild, Schnitt, der Musik und den Geräuschen her ist die neue Version tadellos. Das was die deutsche Lokalisierungsstelle jedoch dazu beiträgt, ist eine Vergewaltigung des Western-Meisterwerks. Sie hat für die neuen Szenen nicht nur Sprecher besetzt, die stimmlich überhaupt nichts mehr mit den originalen gemein haben, sondern auch nichts unternommen, die neuen Stimmen den alten technisch anzugleichen, geschweige denn in die restliche Klangfärbung des Werks einzufügen. Sämtliche neue Textpassagen kommen mit völlig filmfremder Klarheit und Sattheit daher. Wenn eine neu eingefügte Szene kommt, versteht man erstmal die Welt nicht mehr, weil es akustisch ein ganz anderer Film zu sein scheint. Von Diegese kann nicht mehr die Rede sein. Zur Veranschaulichung habe ich zwei kurze Filmausschnitte online gestellt (vgl. Videoclip).
Auf die englische Tonspur, die gottlob auch auf der DVD enthalten ist, trifft dies natürlich nicht zu, so dass hier jedem DRINGENST empfohlen sei, diese zu aktivieren. Auch wenn es generell eine Tugend sein mag, Filme in der Original-Sprache anzusehen, erwarte ich, dass die deutsche Tonspur mindestens akzeptabel ist. Nicht nur weil die Deutschen im internationalen Vergleich einen verdammt hohes Niveau bei Synchronisationen haben, sondern einfach weil ich dafür bezahle. Der Effekt ist bei jedem modernen Fernseher natürlich noch viel stärker, als auf diesem Bitraten-Schwachen Clip.


Independence Day (Schnittbericht)
Das zweite ist die sowohl auf Englisch (!) wie auch auf Deutsch peinlichst dilettantische Special Edition von Independence Day. Hier wurde also schon am Ursprung gepfuscht. Zunächst mal sind die Szenen an und für sich nicht nur überflüssig, sondern deutlich kontraproduktiv. Sie geben den Figuren und dem Film insgesamt nichts zusätzliches, sondern sind bisweilen einfach nur dämlich. Vor allem aber bremsen sie auf übelste Weise das herrliche Tempo des Films. Denn nebst ihrer inhaltlich nicht vorhandenen Legitimation ist die technische Realisierung in beiden Sprachversionen eine Zumutung. Der Schnitt der neuen Szenen passt überhaupt nicht zum Rest des Films und scheint von totalen Anfängern zu stammen. Grobe Continuity-Fehler irritieren, da der Film ansonsten völlig auf Continuity setzt (vgl. weiter unten). Die Musik hält bisweilen einfach an und setzt dann wieder ein, sobald Material der Kinoversion kommt. Schliesslich hat es die verantwortliche deutsche Synchronisierungsstelle trotz der zeitlich vergleichsweise nahen Veröffentlichung nicht bewerkstelligen können, durchgehend die richtigen Sprecher zu engagieren. Die Stimme von Will Smith alias Cpt. Steven Hiller ist leider sogar katastrophal falsch besetzt.Diese Extended Edition ist nicht nur überflüssig, sie ist einfach eine Schande. Sie kann nicht vom Regisseur gewünscht worden sein, geschweige denn vom Cutter oder Komponisten.
Das Ärgerlichste am ganzen: Die Kinoversion ist käuflich fast nicht mehr zu erwerben. Die HD-Releases sind aussliesslich mit Extended Edition ausgestattet. Ein Meisterwerk des reinrassigen Popcorn-Kinos scheint sehr schlecht konserviert zu werden.

Nachfolgend noch die detailliertere Beschreibung der ausgewählten Szenen aus ID4:
Ausschnitt 1: "...mit dem gleichen negativen Ergeb-" wird eine halbe Sekunde zu früh stumm gestellt. Nachdem der älteste Sohn den Vater herwinkt, setzt plötzlich der Ton für eine Sekunde aus. Ausserdem unsauberer Tonübergang vom Innenbereich des Wohnwagens zur offenen Tür. Ansonsten Katasprophales non-continuity-editing (Haltung vom Vater und seiner Tochter unmittelbar nach Schnitten beachten), wobei der Film ansonsten vollkommen auf Kontinuität setzt. Stimmen von der Tochter und dem Jungen wirken völlig deplaziert, sie passen nicht zur Umgebung und befinden sich in puncto Lippensynchronität noch im Rohschnitt bzw. auf Amateurniveau!
Ausschnitt 2: Beim Übergang vom Aussenbereich der Area51 zum Raumschiff wird die Musik einfach abgewürgt und das Knallgeräusch abgeschnitten. Akustik im Raumschiff und Stimmen wirken wie aus einer TV-Produktion (hören sich immer gleich an, egal wie nah die Kamera ist, sogar wenn sie ausserhalb des Schiffes ist, wobei Aussengeräusche einfach hinzu gemischt werden), vor allem wenn man sie mit jener aus späteren Szenen vergleicht. Sowieso fragt man sich, was diese total bescheuerte Szene im Film zu suchen hat. Danach wieder draussen: Peinlichster und verwirrender Wechsel der Stimme für Will Smith alias Cpt. Steven Hiller. Nur Schrittgeräusche von einer Person sind vereinzelt zu hören, auch wenn zwanzig Leute im Bild laufen. Ausserdem werden Hintergrundgeräusche einer Grossstadt (mit Hupgeräuschen aus dem Hochhausdschungel!) und einer Menschenmenge für das Treiben auf dem Aussenareal des Militärkomplexes verwendet! "Ungefähr seit drei Stunden" kommt innerhalb von wenigen Sekunden fälschlicherweise zweimal und wird noch dazu unter aller Sau ausgeblendet. Schliesslich, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, setzt plötzlich wieder die Musik und völlig andersartige (viel passendere) Akustik der originalen Kinofassung ein – mitten in der Szene! Erneut: Von Diegese kann nicht mehr gesprochen werden. Von befremdlichen Gewaltvorstellungen seitens des Zuschauers umso mehr!

Montag, 5. Mai 2008

Video & Begleittext: Ghost in the Shell - Der Gedankengang

Bei diesem Post handelt es sich um die vollständige Neubearbeitung des „Gedankengang-Posts“, den ich von ein paar Wochen veröffentlich habe. Aus dem darin enthaltenen Zitate-Text, der den zentralen Gedankengang von Ghost in the Shell zusammenzufassen versucht, habe ich ein Video geschnitten (hochauflösende Version zum Download hier und zur direkten Visionierung in einer schlechten Qualität eingebettetes Video anklicken). Dabei greife ich auf die originalen Audio-Files zurück und schneide passend dazu eine dynamische, teilweise sehr metaphorische Folge von Standbildern aus dem Film. Ziel ist nicht nur, damit den Dialog zu illustrieren, sondern auch zu vertiefen und die Komplexität des Films etwas besser fassbar zu machen.
Ich verwende die deutsche Neu-Synchronisierung, weil ich erstens nicht des Japanischen mächtig bin und weil zweitens die amerikanische Version viel weiter vom Original entfernt ist, als die neue deutsche Übersetzung auf der Ultimate Edition.
Der nachfolgende Text ist als Begleittext zu verstehen. Ich erläutere den Gedankengang und erkläre (teilweise mit Verlinkung zu wichtigen Fotos) die Auswahl der Bilder. Ich muss jedoch zugeben, dass ich zwar alle Filme und Staffeln des Ghost in the Shell-Universums gesehen (und geliebt!!), mich aber nur ausführlich mit dem ersten Kinofilm beschäftigt habe. Leider hab ich auch keinen Manga gelesen, worin die technischen Entwicklungen und ihre Konsequenzen viel ausführlicher erklärt werden, als im Film. Von dem her kann es sein, dass ich bei meinen Ausführungen Details oder gar mehr falsch darstelle. Ich bitte in diesem Fall unverzüglich um Rückmeldung! Ich bin generell sehr an anderen Gedanken und Meinungen zu diesem Film und meinem Video interessiert. Auch Anmerkungen zum Schnitt würden mich freuen, da ich das Video ohne jegliche Zweitmeinung fabriziert habe und mir durchaus noch einige unschöne Stellen aufgefallen sind. Aber ich wollte die Veröffentlichung nicht noch lange hinziehen. Lieber überarbeite ich das ganze später nochmals mit nem „frischen“ Kopf und neuen Impulsen.
Na dann ab die Post!





Begleittext:

Major Kusanagi ist fast 100 % künstlich. Durch ihre Arbeit bei Sektion 9 ist sie dazu gezwungen, auf einen experimentellen Cyberkörper und ein experimentelles Cyberbrain der Regierung zurück zu greifen. Das einzige, was ihr privates Eigentum ist, sind eine Hand voll menschlicher Gehirnzellen, die ihren Ghost (die menschliche Seele und damit auch ihren Verstand) ausmachen. Damit diese Gehirnzellen aber zu einer vollständigen Person werden, sind sie, nebst einem materiellen Körper, auf die drahtlosen globalen Netzwerke und deren Informationen angewiesen, zu welchen sie über das Cyberbrain Zugang erlangen. Und gerade das Bewusstsein dieser gigantischen Informationsmenge macht Kusanagi klar, dass sie eingeschränkt ist. Sie kann lediglich einen Ausschnitt des Bildes des Lebens erhaschen. In Ghost in the Shell ist die Stadt als manifestes Netz eine Metapher für das Leben, weshalb ich auch eine entsprechende Aufnahme zu ihren Worten über Einschränkung gewählt habe.
Major Kusanagi ist seit dem Fall des Puppet Masters in einer Identitätskrise. Weniger weil sie sich winzig und unbedeutend vorkommt, sondern weil ein Grossteil ihrer Person, ihre gesamte äussere Erscheinung erstens künstlich (nur ein puppenhaftes Abbild des Menschen) und zweitens fremdes Eigentum ist. Was macht einen Menschen schlussendlich aus? Und vor allem: Wer oder was ist sie selbst?
Wie bereits angemerkt, ist in der Zeit von Ghost in the Shell der menschliche Ghost (der Mensch) über die menschlichen Gehirnzellen und der darin wohnenden Seele definiert. Somit gilt Kusanagi aufgrund ihres einzigen noch übrig gebliebenen Eigentums, ihrer menschlichen Gehirnzellen, als Mensch. Aber niemand hat bist jetzt seine Gehirnzellen gesehen, Kusanagi ebenso, wie kann man dann überhaupt behaupten, dass man existiert? Überhaupt ist das menschliche Selbstbewusstsein generell auf seine eigene Umwelt (auf Kultur und die Meinung von Mitmenschen) angewiesen. Ohne die Umwelt wäre es mangels Objektivität unmöglich, sich selbst zu definieren. Obwohl die Meinungen von aussenstehenden Personen stammen (und somit tendentiell objektiver sind), sind sie dennoch von einer subjektiven Wahrnehmung abhängig, die zudem eine grundsätzlich andere Auffassung von Ästhetik haben kann, als die zu definierende Person selbst. Die Erkenntnis, dass man eigentlich nur glaubt, dass man ist, was man ist (dass man existiert), ist unausweichlich. Als der am weitesten entwickelte Cyborg, ein einsamer Prototyp, isoliert zwischen Mensch und Maschine, trifft dieser Sachverhalt den Major besonders hart.
Was ist aber, wenn es ein Cyberbrain, die höchste Entwicklung des Menschen, es in Zusammenhang mit den globalen Netzen fertig bringen würde, mit seinen elektronischen Sensoren einen vom menschlichen nicht zu unterscheidenden künstlichen Ghost zu erschaffen? Würde damit nicht das ganze Konzept des Menschen, seine Privilegien gegenüber anderen Rassen, bedeutungslos werden? Würden Cyborgs mit ihren menschlichen Vorbildern dann nicht vollkommen gleichgestellt sein?
Kurze Zeit später erhält Sektion 9 einen angefahrenen Cyborg. Das Codemuster dessen vollständig künstlichen Gehirns (reinen Cyberbrains), weist frappierende Ähnlichkeiten mit dem Ghost eines Menschen auf, jedoch ohne die Datenverluste einer Ghost-Kopie. Der Cyberkörper aktiviert sich unvermittelt selbst und bittet aufgrund seiner Eigenständigkeit als Lebensform um politisches Asyl. Denn es war nicht ein Programm (keine von menschenhand vorgegebenen Software-Routinen), stellvertredend für die Instinkte eines Tieres, das ihn hierher gebracht hat, sondern sein eigener Wille. Das Argument gegen die Anerkennung des Lebens des Puppet Masters, nämlich die Programmierung auf puren Selbsterhaltungstrieb ist ebenfalls obsolet, weil die menschliche DNS genauso primär die eigene Beständigkeit verfolgt. Ebenso wie man das Leben als einen Knotenpunkt im Meer der Informationen (die Summe aller menschlichen Gefühle und Erinnerungen) beschreiben kann, ist die DNS als Gedächtnissystem der Knotenpunkt des Informationsmeeres einer einzelnen Rasse (eine ganze Spezies reduziert auf das Wesentliche). Man kann in diesem Sinne sagen, dass sich der Mensch als Subjekt, als Individuum ausschliesslich über seine persönlichen Erinnerungen definiert. Doch selbst das Gedächtnis ist trügerisch. Erinnerungen vermischen sich mit Vorstellungen und Wunsch-Träumen, Zeitbezüge werden verzerrt. Darüber hinaus sind sie nicht nur lediglich ein Ausschnitt der Wirklichkeit, sondern eine zutiefst subjektive Interpretation dieser (noch subjektiver als die Meinung von Aussenstehenden) und somit auch bloss eine Art von Illusion. Trotz allem entsteht die individuelle Persönlichkeit eines Menschen, seine Emotionen und Gefühle zu einem wesentlichen Teil aus seinen Erinnerungen. Was unterscheidet also den Menschen von einer Wesenheit, die aus dem globalen Archiv ausgelagerter Erinnerung, aus digitalisierter Menschlichkeit entsprungen ist? Illustriert wird diese Frage durch den Übergang der im Meer der Informationen befindlichen und als Mensch anerkannten Figur von Kusanagi in die tierhafte (und deshalb mit Leben assoziierte), aber vollkommene künstliche Entität unter dem Baum des Lebens, stellvertretend für den Puppet Master.
Der Puppet Master kommt nicht nur zum Schluss, dass die Menschheit die Folgen der Computerisierung, genauer gesagt der schlussendlichen Auslagerung von persönlicher Erinnerung, schlichweg unterschätzt hat, sondern auch, dass ihm nicht bewiesen werden kann, dass er kein eigenständiges Lebewesen ist und dass ihm somit das lebensrettende politische Asyl nicht verwehrt werden kann. Ohnehin kann niemand ohne Zweifel und adäquat sagen, was Leben überhaupt ist. Der Puppet Master führt weiter aus, dass es nicht mehr angebracht ist, ihn in irgend einer Weise als Künstliche Intelligenz zu beschreiben. Um dies zu untermauern, stellt er sich mit seinem Namen vor, der Bezeichnung, welche ihm von seinen „Erschaffern“ gegeben wurde: Projekt 2501.
Als Major Kusanagi in den Ghost des Puppet Masters eintauchen will, um herauszufinden, was es wirklich mit ihm auf sich hat, dringt dieser selbst in sie ein. Er offenbart ihr, dass er schon lange von ihrer Existenz weiss, länger als sie von seiner. Dies wird versinnbildlicht durch Kusanagis unendlich fragenden Ausdruck und den plötzlich direkten Blick in die Kamera eines der gehackten Regierungsmitglieder, der deutlich macht, dass der Puppet Master Sektion 9 (und somit Major Kusanagi) einen Schritt voraus ist. Im Meer der Informationen hat der Puppet Master nicht nur ein eigenes Bewusstsein entwickelt, sondern von den persönlichen, subjektiven Erinnerungen der Menschen und der dramatischen Ironie seines objektiven Blickwinkels auf die Konflikte ihrer subjektiven Standpunkte, auch die Fähigkeit zu Gefühlen entwickelt. So kommt es, dass in ihm der Drang entsteht (das was er zuvor als sein Wille bezeichnet hat), Major Kusanagi zu finden. Denn er weiss, dass er trotz seines Bewusstseins und seiner Gefühle noch kein vollwertiges Lebewesen ist, weil er sich nicht reproduzieren kann. Reproduktion wird dabei nicht durch die identische Kopie vollzogen (wie es bei Computersystemen der Fall ist), da diese einfache Vervielfältigung, das Schaffen einer Klon-Spezies auf identischen Teilen beruht, was die fatale Schwäche birgt, dass ein einziger Virus die ganze Rasse ausrotten kann. Anstatt diese Worte nun mit Bildern beispielsweise der Protokoll Droiden im Hauptquartier von Sektion 9 zu illustrieren, habe ich versucht, auf die elementare Problematik zu verweisen, dass das menschliche Bewusstsein und damit der Mensch an sich durch die symbiotische Verbindung von menschlichen Gehirnzellen und künstlichen, genormten Teilen, also durch das Cyberbrain, genauso anfällig auf Viren geworden ist, wie ein reines Computersystem (wie vollständige Cyborgs). Schliesslich, wie vorher beschrieben wurde, basiert die Persönlichkeit zu einem wesentlichen Teil auf ausgelagerter Erinnerung. In diesem Sinne macht es weniger einen Unterschied, ob man nun die vollständig künstlichen Protokoll-Droiden oder ghost-gehackte Menschen mit Cyberbrain-Upgrades sieht (im Video: die Sekretärin des Aussenministers und den Müllmann). Das Cyberbrain ist sozusagen die Schnittstelle zwischen realer Welt und Computernetzwerken. Oder die einfach zugängliche, weil ständig mit einem drahtlosen, auf digitaler Technologie beruhenden Netzwerk verbundene Manifestation der Seele (symbolisiert im Video durch die Schnittstelle im Nacken von Kusanagi). Auch wenn die darin gespeicherten Informationen, ob persönliche Erinnerungen oder sachliche Daten, eigentlich bloss eine digitale Kopie der subjektiven Wahrnehmung des Menschen, lediglich ein Abbild des menschlichen Gehirns (Ghosts) und damit des Menschen selbst sind.
Die wahre Reproduktion, die Sicherung des Überlebens, basiert auf Variation. Die Assimilation, also die verlustfreie Vermischung von zueinander kompatiblen Gedächtnissystemen (z.B. DNS). Dies findet jedoch im Falle der beiden Entitäten Kusanagi und Puppet Master ohne Geschlechtsverkehr statt (der Major ist ohnehin nicht mit Genitalien ausgestattet), sondern über die Verschmelzung ihrer beiden Ghosts.
Für die Erneuerung von Major Kusanagi habe ich ein Bild aus der Endphase der Entstehung ihres Cyberkörpers genommen. Sie hat bereits verschiedene Körper gehabt und so ist auch dieser nur eine weitere Erscheinungsform für Kusanagi, eine Hülle. Das Element Wasser steht den ganzen Film hindurch für die Eindrücke des Lebens, jeder Tropfen spiegelt eine Erinnerung, ein Gefühl, einen Eindruck. Kusanagi ist von spudelndem Wasser umhüllt, was in diesem Zusammenhang als das neu hinzugekommene Bewusstsein durch die Assimilation zu verstehen ist. Kusanagi ist wiedergeboren, gewachsen.
Durch die Computertechnologie kann sie sich im Netz verbreiten, sowohl über das Cyberbrain in globalen, drahtlosen, digitalen Netzwerke, als auch über den Cyberkörper in manifesten Netzen, wie den Städten. Das Netz steht aber ebenfalls für das Leben selbst, den komplexen Bewusstseinsstrom.
Analog zum Menschen wird das Resultat der Assimilation, die Nachfahren von Kusanagi und dem Puppet Master ins Netz gestreut, wobei der Mensch in dieser Hinsicht auf die Manifestation beschränkt ist, symbolisiert durch eine Kinderschar, die in die Stadt einzieht.
Um auch für sich selbst, und nicht nur für die Politik, endgültig als Lebensform zu erscheinen, fehlte dem Puppet Master bisher die Sterblichkeit. Diese hat er aber damit erreicht, dass er sich in einen Körper gelanden hat und nun an diesen gebunden ist.
Kusanagi zögert, sie hat Angst davor, ihren menschlichen Ghost für immer zu verlieren. Meiner Meinung nach wird im Film der eigentliche Knotenpunkt im Meer der Informationen, der menschliche Ghost als unendlich tiefgründige Seele im schwarzen Haarschopf von Major Kusanagi versinnbildlicht. In mehreren Szenen vereinnahmt dieser sekundenlang das Bild, während die Kamera langsam an ihren Hinterkopf heran fährt, bevor sich Kusanagi mit einem fragenden Gesichtsausdruck unvermittelt zum Zuschauer dreht. Als erwarte sie, von hinten überrascht zu werden. Als fühle sie einen Atemzug in ihrem Nacken, dort, wo der Cyberanschluss liegt.
Über der Stadt fliegen ständig fast ebenso dunkle Flugmaschinen. Vor allem in den meditativen „Kultur-Sequenzen“ schieben sie sich auffällig durch das Bild. Wenn man die besonders vogel-ähnliche Form und Funktion dieser Maschinen und die flügelbehaftete Erscheinung während der Verschmelzung von Kusanagi mit Projekt 2501 bedenkt, habe ich das Gefühl, dass das vogelhafte für Veränderung und Ungewissheit steht. Die Zukunft steht nicht fest und die Bedrohung schwebt als dunkler Fleck vor der gleissenden Helligkeit, vor dem, was wir nicht einmal erahnen können (vgl. weiter unten). Deshalb löst sich der Haarschopf (der Ghost) von Major Kusanagi in die Silhouette der Flugmaschine (der Ungewissheit) auf.
Der Puppet Master führt aus, dass die Zukunft zu erreichen, zu Leben, immer Entwicklung, Veränderung bedeutet. Sich dem zu verschliessen heisst Beschränkung, Stillstand und somit früher oder später Tod. Ich habe versucht, mit dem ersten Bild zu diesem Gedanken auf die ständige Veränderung in der Kultur, in dem, worin der menschliche Geist sachlich wird, anhand eines im Umbau befindlichen Bauwerks zu verweisen. Im zweiten sieht man bereits den krassen Kontrast zwischen den Slums als Symbol für aufkommenden Stillstand, und den zentralen futuristischen Hochhäusern als Symbol für Entwicklung. Davor steht die höchste Stufe der Technologie, Major Kusanagi. Schliesslich kommt mit den ausrangierten Entwicklungen und anderen Abfällen der Tod.
In Kusanagis Kopf verdichtet sich alles zu einer letzten, brennenden Frage: Warum hat der Puppet Master ausgerechnet sie ausgesucht? Dieser sagt, dass sie beide sich gleichen und wiederholt die Worte, welche er Kusanagi und Batou auf der Szene im Boot (meiner Meinung nach die Schlüsseszene im Film) bereits gesendet hat: Es ist, als ob man durch ein Spiegelbild tritt und seinem Ebenbild begegnet. Der Drang, der ihn auf der Suche nach Kusanagi leitete, ist also mehr gewesen, als die Suche nach einer Möglichkeit, sein Gedächtnissystem (seine Gene) zu verbreiten. Der Puppet Master empfindet Kusanagi als seine Seelenverwandte. Vielleicht ist es sogar Liebe.
Doch der Puppet Master kann Kusanagi mit Worten nicht begreiflich machen, was sie erwartet. Es ist, wie wenn man in eine gleissende Helligkeit sieht. Im Video wird dazu das Bild des ghostgehackten Attentäters gezeigt, der ahnungslos in den grellen Himmel blickt. Ironischerweise hat er sogar eine Sonnenbrille auf.
Die Assimilation beginnt. Unübersehbar kommt das Vogel-Motiv als Sinnbild für Veränderung zum Einsatz, ob als einfache Vogelfedern oder geflügelte Erscheinung. Ein Aspekt, den ich auf jeden Fall im Video haben wollte, ist die Beziehung zwischen Batou und Major Kusanagi. Das Auftauchen des Puppet Masters und schliesslich die Verschmelzung mit diesem, führt zur Verzweigung des Lebensweges von Batou und Kusanagi. Deshalb sieht man nach der Verschmelzung Bilder des Zusammenbruchs der Kommunikation zwischen beiden. Später, als Kusanagi schliesslich das Rätsel der geheimnisvollen Worte, welche ihr der Puppet Master damals auf dem Boot gesagt hat, löst, wird Batou endgültig in den Hintergrund gerückt. Kusanagi hat einerseits die Menschheit, die Kindheit, hinter sich gelassen. Anderseits steckt sie erst in den Kinderschuhen ihrer neuen Existenz. Kusanagi ist nun vollkommen frei. Sie hat einen neuen, einen eigenen Körper und keine Verpflichtungen für Sektion 9 mehr. Ihr steht das Netz, egal in welcher Hinsicht gemeint, ob nun drahtloses Netz, Stadt oder Leben, völlig offen. Sie weiss nun wer sie ist und freut sich auf die bevorstehende Zeit voller neuer Entdeckungen, Erfahrungen und Empfindungen.

Klar, Ghost in the Shell geht als Hard-Science-Fiction von einer ganzen Reihe Spekulationen aus, welche noch reine Zukunftsmusik sind. Doch vorausgesetzt, dass wir es eines Tages fertig bringen, selbst unsere persönlichen Eindrücke verlustfrei zu speichern, wenn KI andere Dimensionen kennt, als die heutigen, wenn wir unser Bewusstsein ständig direkt mit Computertechnologie und einem genügend grossen drahtlosen Netz verbinden, halte ich es für eine absolut mögliche Entwicklung, dass sich daraus eine neue Wesenheit erheben könnte, welche die Bezeichnung KI übersteigt.
Alles führt zu einer Ansicht, nämlich der, dass wir dem Endprodukt der Verschmelzung von Major Kusagani und dem Puppet Master das eigenständige Leben, die Legitimation nicht mehr absprechen können. Die neue Lebensform ist dem Menschen überlegen, doch versucht nicht, diesen auszulöschen, sondern ist ihm gegenüber vermutlich gerade aufgrund seiner Überlegenheit gleichgültig eingestellt. Das einzige, was der Puppet Master überhaupt wollte (oder zumindest getan hat), ist seine Gene weiterzugeben.
Wenn man bedenkt, dass sowohl die Existenz von Kusanagi, als auch jene des Puppet Masters auf dem menschlichen Ghost basiert, stellt sich die Frage, inwiefern das Resultat ihrer Verschmelzung mit dem Menschen verwandt ist. Vielleicht ist diese neue Lebensform die nächste Stufe der Evolution des Menschen.

Dienstag, 1. April 2008

AMVs - die besseren Music Videos

Höchste Zeit, dass ich Euch mal was über AMVs erzähle. Diese Bezeichnung dürfte vergleichsweise wenigen ein Begriff sein. Lasst es mich so erklären: Es gibt Fans, die sehen sich Animes nicht nur schweine-gerne an, sondern müssen den Film auch noch zu einem Musikstück neu zusammenschneiden und mit Effekten versehen. Das Resultat nennt man (Überraschung!) Anime Music Video. Dazu gibt eine es wohl gepflegte „Subkultur“, welche mittlerweile auf absolut professionellem Level operiert.
Auf das Thema aufmerksam geworden bin ich durch AKROSS, eine Plattform, welche jedes Jahr einen Contest für den russischen Bereich veranstaltet. Ein weitaus umfassenderes, internationales Archiv bietet animemusicvideos.org, welche ebenfalls jährlich mit einem Event, den VCAs (Viewer's Choice Awards) aufwartet. Resultat dieser Wettbewerbe sind natürlich übersichtliche Sammlungen der faszinierendsten Video-Collagen, von deren virtuosen Konzeptionen sich so mancher Musik-Clip-Produzent eine Scheibe abschneiden könnte.
Ich habe im folgenden eine abwechslungsreiche Mischung der, meiner Meinung nach, bemerkenswertesten Clips zusammengetragen. Wenigstens den ersten sollte man sich zu Gemüte führen und dabei stets im Hinterkopf behalten, dass es sich nicht um die Arbeit von hochbezahlten Profis handelt, sondern um den Elan von Fans.
Die Clips gibt’s dieses mal nicht auf der hiesigen Seite oder youtube zu sehen, sondern werden (in den meisten Fällen) als direkte Download-Links angeboten. Die Gründe dafür sind ganz einfach die unzureichende Auflösung und die Tatsache, dass keine Video-Streaming-Plattform eine bildgenaue Wiedergabe anzubieten hat. Gerade um ein einwandfreies Bild geht's hier aber.


RELOAD von dD.S1nT3z

Fangen wir gleich mit dem besten Clip an, welcher an der AKROSS CON 2005 in den Kategorien „Best Action“, „Best Presentation“ und „Best Use of Visual Effects“ Sieger wurde. Es handelt sich kurz gesagt um ein einziges haltloses, brachialstes Action-Feuerwerk. Ich finde es schier unglaublich, wie der Editor mit meisterhafter Stilsicherheit über vier Minuten hinweg kontinuierlich die Idee von Action aufrecht erhält und dies mit einer beispiellos geilen Auffassung davon (was natürlich auch dem Anime zu verdanken ist). Das verblüffende daran ist, dass in keinem Moment die Chronik des Films verletzt wird. Bei diesem Clip stimmt einfach alles: Musik, Effekte, Schnitt und Anime!


SILENCE (DIRECTOR'S CUT) von EvilSpider

Dann gibt’s noch nen definitiv gelungenen Horror-Clip zu den ersten vier Silent Hill-Spielen (das ist keine Willkür meinerseits, liebe Freunde, sondern logische Konsequenz der Brillianz der Spiele). Dieses Video ist viel weniger eine Story, als verstörender Zusammenschnitt verschiedenster gruseliger Szenen der vier Teile. Dabei wird die Atmosphäre der Spiele bzw. das Wesen der Stadt sehr treffend eingefangen; man hat einerseits das faszinierend bis erschreckend Verstörende und anderseits den erbarmungslosen Terror. Die Bilder sind schlichtweg genial (Silent Hill eben) und machen deutlich, dass man während dem Spielen dieser Games wenig zu lachen hat (als schöner Vergleich bietet sich an dieser Stelle der offizielle Trailer der E3 2004 zu Silent Hill 4 an, der von der Struktur her dem hier präsentierten gar nicht so unähnlich ist). Auch wenn es sich streng genommen um keinen AMV handelt, wird SILENCE in deren Datenbanken gespeichert.


IN AETERNUM von Alexboy

Dieser Clip ist ganz neu und gewann an den diesjährigen VCAs absolut verdient in der Kategorie „Best Use of Instrumental Music“ und an der AKROSS CON 2007 in der Kategorie „Viewer's Choice“. Eine wahrlich exorbitante (das Wort habe ich grade heute gelernt!!) Musikeinbindung lässt einen vom ersten Moment an das Gefühl nicht loswerden, dass da gewaltig was unter der Oberfläche brodelt. Anstatt auf konventionelle Action wird hier auf denkwürdiges Suspense und eindringliche Dramatik gesetzt. Schon krass, wie sehr einen dieser Clip (zu einem nicht zu unterschätzenden Anteil aufgrund der brillianten Musik) nicht zu Atem kommen lässt. Kein Schnitt ist überflüssig, keine Sekunde zuviel. Leider bin ich mir bis heute nicht sicher, was uns der Artist damit wirklich sagen will (irgendwie verhält es sich hier wie mit No Country for old men; man ist den ganzen Film total gefesselt, kapiert aber am Schluss einfach nicht, was das ganze eigentlich soll). Trotzdem handelt es sich zweifelsohne um einen absoluten Ausnahme-AMV.


BETWEEN TWO WORLDS von Wormwood (auch: MetalStorm)

BETWEEN TWO WORLDS kann man sicherlich auch zu den eher psychedelischen und eher abstrakten zählen. Die Effekte rücken deutlich näher ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dieser Clip hat die höchste Schnittfrequenz der hier vorgestellten, sodass einzelne Bewegungen aus bis zu fünf Schnitten visualisiert werden. Auch wenn längst nicht jeder dieser bildhaften Ausdrücke und jeder Effekteeinsatz gelungen ist, gefällt mir trotzdem die fulminante, auf das Mosaikhafte und den weniger zusammenhängenden Bildrausch ausgerichtete Montage extrem gut. Was so manchen Rezipienten vermutlich stört (und was ich zum Teil nachvollziehen kann), ist der agehackte Animationsstil dieses Beitrages. Dennoch gefällt er mir fast ebenso gut wie RELOAD – auch wenn er es niemals mit dessen Action aufnehmen kann ... obwohl, die Auszeichnung „Best Action“ gabs dennoch an der AKROSS CON 2006. Die tolle Musik stammt übrigens von ner Schweizer Band: Samael (boah, Weltrekord!!).


ALCHEMIC SIN von ForeverZeroo

Sehr aussergewöhnlich geht’s bei diesem Video zu. Der Editor hat einfach eine Anime-Serie genommen (Full Metal Alchemist) und mit dessen Bildmaterial den Sin City-Trailer nahezu Eins zu Eins nachgestellt. Sound, Dialog und Musik wurde also ebenfalls unangetastet übernommen. Unübersehbar, mit welchem Talent die Anime-Figuren neu interpretiert und zu den Figuren des Filmes umgewandelt wurden. Fans des sensationellen Original-Trailers (und Films) dürften definitiv nicht enttäuscht werden.


ANOTHER HALF von NetTroop

Wer noch nicht genug hat, möge sich als vorletztes den deutlich „philosophisch“ ausgerichteten, sehr psychedelischen und abstrakten, ja fasst nur aus Effekten bestehenden, ruhigen Beitrag zum zweiten Ghost in the Shell-Film (oh Wunder, schon wieder was, das ich so sehr mag!) zu Gemüte führen.


Wie man's nicht machen sollte

Als Selbst-Verarsche zum Abschluss (und weil eh niemand bis hier gelesen hat) gbit's den allerersten Video-Clip, den ich geschnitten habe (Anno 1999, womit man ihn anderseits nicht mit den obengenannten vergleichen kann; d.h. tuts bloss nicht!!). Ein Tribute-Movie zu Final Fantasy IX (ein weiteres meiner All-Time-Favorit-Games). Bin leider nie mit dem Clip fertig geworden. Es sollte noch ein „Showdown“ in Form einer schnellen Abfolge von Einstellungen aus den anderen Rendersequenzen folgen.


Hinterlasst doch bitte einen Kommentar zu den gesehenen Filmen (ähm, exklusive FFIX-Tribute-Movie!).

Donnerstag, 20. März 2008

Jackie Chan und das "Deutsch"

Im Zuge unserer Proseminarien zum modernen Hongkong-Kino und Samurai-Film hab ich mir ein paar Jackie Chan-Filme zugelegt und muss sagen, dass ich gerade bei "Police Story" 1 und 2 die deutsche Version bevorzuge. Mir ist bei wiederholter Visionierung im Original aufgefallen, dass Jackie nur in der deutschen Version während seiner Stunts und Fights diese bisweilen völlig abstrusen "Kommentare" und andere undefinierbare Geräusche von sich gibt, die ich schon immer so lustig fand. Dabei zieht er nicht nur seine Gegenspieler, sondern teilweise die ganze Situation ins Komische. Zusammen mit den martialistischen Bildern erzeugt die deutsche Tonspur eine vergleichslose Mischung aus schierer Verblüffung und slapstickhafter Komik.
Okay, ich muss zwar zugeben, dass ich den Film bis auf die Stunts/Fights (die Kampfsequenz auf dem Spielplatz ist trotz ihrer "Kürze" eine der unglaublichsten, die ich bis jetzt gesehen habe) und ein paar wenigen stärkeren Szenen (wie jene, wo Jackies Freundin ausrastet und ihn verlässt oder jene, wo die fiesen Gangster den Liebesbrief vorlesen) für wenig gelungen halte. Vermutlich hatte ich gerade deshalb soviel Freude an der deutschen Synchronfassung.
Damit ihr euch selber ein Bild machen könnt, gibts unten den Vergleich einiger Ausschnitte. Es kommt zuerst jeweils die chinesische Originalversion, dann die deutsche Variante. Im zweiten Clip gibts den obengenannten Spielplatz-Fight auf Deutsch zu sehen. Man beachte doch bitte auch die total coole Musik während dieser Sequenz!